Sloegroni im Kristall-Tumbler mit großem Eiswürfel und Orangenzeste

Sloegroni: Der Negroni mit Sloe Gin – Rezept, Tipps und die besten Flaschen

Aged Gin, Cocchi Rosa, Sloe Gin und Campari: Der Sloegroni aus dem Hamburger Le Lion bringt Beerenfrucht in den Negroni. Unser Rezept, fünf Tipps und sieben Sloe Gins, die du in Deutschland bekommst.

Text: Christoph Fröhlich
Inhalt8 Abschnitte
  1. Sloegroni: Das Rezept
  2. Was ist Sloe Gin?
  3. Fünf Tipps für den perfekten Sloegroni
    1. 1. Rühren, nicht schütteln
    2. 2. Ein großer Eiswürfel
    3. 3. Sloe Gin sparsam dosieren
    4. 4. Cocchi Rosa gehört in den Kühlschrank
    5. 5. Aged Gin oder Dry Gin?
  4. Varianten und Verwandte
    1. Sloe Gin pur, mit Tonic oder als Fizz
  5. Welcher Sloe Gin? Sieben Flaschen, die du in Deutschland bekommst
    1. Und der Gin, und der Cocchi?
  6. Woher kommt der Sloegroni?
  7. Häufige Fragen zum Sloegroni
  8. Unser Fazit

Ein Negroni ist schnell erklärt: Gin, roter Wermut und Campari zu gleichen Teilen, auf Eis gerührt. Gerade weil er so simpel ist, eignet er sich perfekt zum Spielen. Tauscht man eine Zutat, verschiebt sich der ganze Drink. Beim Sloegroni passiert genau das, nur ein bisschen eleganter als bei den meisten Twists.

Den Drink haben wir in unserem Artikel „Bittersweet Symphony: Wie ich lernte, den Negroni zu lieben“ vorgestellt. Zum ersten Mal gemixt hat ihn mir Swetlana Holz, die den Drink entwickelt hat und damals im Le Lion in Hamburg arbeitete. Statt rotem Wermut kommt Cocchi Americano Rosa ins Glas, statt klassischem Dry Gin ein im Fass gelagerter Gin, und dazu ein kleiner Schuss Sloe Gin. Das Ergebnis ist fruchtiger und ein Stück weicher als der Klassiker, die Bitterkeit des Campari bleibt aber im Mittelpunkt.

Wir zeigen dir das Rezept, erklären, was Sloe Gin eigentlich ist, und verraten, worauf es beim Mixen ankommt. Dazu stellen wir dir sieben Sloe Gins vor, die du in Deutschland gut bekommst.

Auf einen Blick

  • Das Rezept: 30 ml Aged Gin, 30 ml Cocchi Americano Rosa, 15 ml Sloe Gin, 15 ml Campari. Gerührt und auf einem großen Eiswürfel serviert.
  • Der häufigste Irrtum: Sloe Gin ist kein Gin, sondern ein Likör aus Schlehen. Deshalb reichen 15 ml.
  • Welcher Sloe Gin: Im Originalrezept steht Hayman’s. Weitere Flaschen, die du in Deutschland bekommst, findest du in unserer Übersicht.
  • Wenn Cocchi Rosa fehlt: Ein roter Wermut geht auch, der Drink wird dann dunkler und süßer.
  • Wenn du den Klassiker kennst: Weitere Twists findest du bei unseren Negroni-Varianten.

Sloegroni: Das Rezept

Das Gerüst bleibt das des Negroni: eine Basis, ein aromatisierter Wein, ein Bitter. Nur sind die Anteile verschoben. Gin und Cocchi Rosa tragen den Drink, Sloe Gin und Campari setzen die Akzente.

Rezept

Sloegroni

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 30 ml Aged Gin
  • 30 ml Cocchi Americano Rosa
  • 15 ml Sloe Gin (im Original Hayman’s)
  • 15 ml Campari

Garnitur: Orangenzeste (unser Vorschlag)

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren und auf einen großen Eiswürfel abseihen. Die Öle einer Orangenzeste über dem Drink ausdrücken.

Tipp: Schmeckt dir der Drink zu weich, nimm 20 ml Campari und nur 10 ml Sloe Gin.

Das Original: Negroni-Rezept · Mehr Varianten: Alle Negroni-Varianten

Was ist Sloe Gin?

Der Name führt in die Irre. Sloe Gin ist kein Gin, sondern ein Likör, auf Deutsch Schlehen-Gin oder Schlehenlikör. Schlehen, die herben, blauschwarzen Früchte des Schwarzdorns, werden in Gin eingelegt und mit Zucker gesüßt. Roh schmecken Schlehen so sauer und gerbstoffreich, dass man sie kaum essen mag. Im Gin geben sie mit der Zeit Farbe, Frucht und eine angenehme Herbe ab.

Was als Sloe Gin in den Handel kommt, regelt die EU-Spirituosenverordnung: Die Schlehen müssen in Gin ziehen, Schlehensaft darf dazukommen, Aromen nur natürliche, und der Likör braucht mindestens 25 Prozent Alkohol. Ein selbst angesetzter Schlehenlikör auf Korn- oder Wodkabasis ist also streng genommen kein Sloe Gin. Und ein Schlehenbrand ist noch einmal etwas anderes: ein klarer Obstbrand, kein Likör, wie die Schlehe von Rochelt, die wir probiert haben.

In England hat Sloe Gin eine lange Tradition, viele Familien setzen ihn im Herbst noch selbst an. Im Glas ist er tiefrot und schmeckt nach dunklen Beeren und Pflaume. Die meisten Abfüllungen haben zwischen 25 und 30 Prozent Alkohol. Genau diese Mischung aus Frucht, Süße und Gerbstoff macht ihn zu einem guten Partner für Campari.

Fünf Tipps für den perfekten Sloegroni

1. Rühren, nicht schütteln

Wie jeder Negroni wird auch der Sloegroni gerührt. So bleibt er klar und bekommt eine seidige Textur. Im Shaker würde zu viel Luft und Wasser in den Drink kommen.

2. Ein großer Eiswürfel

Serviert wird auf einem großen Würfel. Er schmilzt langsamer als viele kleine, der Drink verwässert also nicht so schnell. Gerade bei einem Glas, an dem man länger sitzt, macht das einen großen Unterschied.

3. Sloe Gin sparsam dosieren

Sloe Gin bringt Zucker mit. Mehr als 15 ml machen den Drink schnell klebrig, und die Bitterkeit des Campari geht unter. Lieber erst mit dem Rezept anfangen und dann vorsichtig nachjustieren.

4. Cocchi Rosa gehört in den Kühlschrank

Cocchi Rosa ist ein aromatisierter Wein, kein Schnaps. Nach dem Öffnen verliert er wie ein Wermut an Frische. Verschlossen im Kühlschrank hält er sich deutlich länger.

5. Aged Gin oder Dry Gin?

Ein im Fass gelagerter Gin bringt Holz, Vanille und etwas Rundung mit und fängt die Frucht des Sloe Gin schön auf. Mit einem klassischen London Dry Gin wird der Drink schlanker und wacholderbetonter. Beides funktioniert, das Original nimmt den gelagerten Gin.

Varianten und Verwandte

Ohne Cocchi Rosa wird aus dem Sloegroni mit rotem Wermut ein dunklerer, süßerer Drink, der näher am klassischen Negroni liegt. Wer den Sloe Gin weglässt und Gin, roten Wermut und Campari zu gleichen Teilen mixt, ist wieder beim Original. Das Grundrezept dafür steht in unserem Negroni-Rezept, alle weiteren Twists versammeln unsere Negroni-Varianten.

Ähnliche Drinks findest du im Netz als Sloe Gin Negroni oder Sloe Negroni. Sipsmith nimmt Dry Gin, Sloe Gin, Campari und roten Wermut zu gleichen Teilen. Monkey 47 lässt den Dry Gin ganz weg und mixt Sloe Gin, Campari und Punt e Mes zu gleichen Teilen. Beide Versionen haben mehr Sloe Gin und mehr Campari im Glas als unser Sloegroni, bei dem Gin und Cocchi den Drink tragen.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert der Schwarzwald Negroni: Dort teilt sich ein Dry Gin die Basis mit Schladerers Kirsch-Gin-Likör. Das Rezept steht in unserem Test des Gretchen Sour Cherry Gin Liqueur.

Sloe Gin pur, mit Tonic oder als Fizz

Sloe Gin kann mehr als Negroni. Pur auf Eis ist er ein runder Digestif. Mit Tonic wird daraus ein fruchtiger Longdrink: Nimm ein eher mildes Tonic, das die Frucht nicht überdeckt, und eine Orangenscheibe. Der bekannteste Cocktail ist der Sloe Gin Fizz mit Zitronensaft, etwas Zuckersirup und Soda.

Welcher Sloe Gin? Sieben Flaschen, die du in Deutschland bekommst

Raritäten brauchst du nicht. Im Originalrezept von Swetlana Holz steht Hayman’s, und der gehört zu den günstigsten. Wichtiger als die Marke ist der Stil: Für den Sloegroni sollte der Sloe Gin fruchtig und herb sein, nicht nur süß. Wie viel Zucker drinsteckt, verraten nur wenige Hersteller. Sehr süße Abfüllungen dosierst du lieber mit 10 ml.

Flasche% Vol.übliche PreisspanneWarum diese Flasche?
Hayman’s Sloe Gin2623–27 € (0,7 l)Das Original. Steht im Rezept von Swetlana Holz. Wilde Schlehen ziehen bis zu vier Monate im London Dry Gin des Hauses. Laut Hersteller weder zu süß noch zu sauer, mit Pflaume und Mandel. Unsere erste Wahl.
Plymouth Sloe Gin2634–40 € (0,7 l)Der Süße. Englischer Klassiker, vollmundig und weich. Mit 21 g Zucker pro 100 ml laut Hersteller Pernod Ricard aber spürbar süß, doppelt so viel wie beim Monkey 47. Im Sloegroni lieber mit 10 ml dosieren.
Sipsmith Sloe Gin2929–40 € (0,7 l)Der Jahrgang. Wilde Schlehen ziehen drei bis vier Monate im London Dry Gin, jede Ernte schmeckt etwas anders. Dunkle Beeren, Johannisbeere und ein Hauch Marzipan. Auch als 0,5-l-Flasche für 31–37 €.
Monkey 47 Sloe Gin2934–40 € (0,5 l)Der Herbe. Aus dem Schwarzwald, mit Schlehen, die nach dem ersten Frost geerntet werden. Mit 10 g Zucker pro 100 ml nicht einmal halb so süß wie Plymouth. Gut, wenn du den Sloegroni trockener magst.
Elephant Sloe Gin3531–35 € (0,5 l)Der Kräftige. Von der deutschen Marke Elephant und mit 35 Prozent deutlich stärker als die meisten. Der Wacholder des Gins bleibt klar erkennbar. Fruchtteilchen in der Flasche sind gewollt.
Foxdenton Sloe Gin2522–25 € (0,7 l)Der Trockene. Aus Buckingham in England. Laut Hersteller blasser und trockener als üblich, mit Wacholder in der Nase. Für alle, die den Sloegroni möglichst trocken mögen.
Windspiel Premium Sloe Gin33,333–40 € (0,5 l)Der aus der Eifel. Schlehen aus der Eifel ziehen im Windspiel Dry Gin auf Kartoffelbasis, dazu kommt Schlehensaft. Laut Hersteller viel Wacholder und florale Zitrusnoten.

Preise: recherchiert am 8. November 2026 bei Amazon und mehr als 30 deutschen Onlineshops, direkt und über den Preisvergleich idealo, jeweils ohne Versand. Die Spannen zeigen die üblichen Preise, einzelne Ausreißer und kurzfristige Aktionen sind nicht berücksichtigt. Rund um Black Friday und vor Weihnachten gibt es die Flaschen oft auch günstiger. Zuckerangaben veröffentlichen nur Plymouth und Monkey 47, alle anderen Beschreibungen von süß bis herb stammen von den Herstellern und Händlern.

Ebenfalls zu haben: der Bio-Sloe-Gin von The Duke aus München (30 % Vol., 34–37 € für 0,7 l), verfeinert mit Kakaobohnen, und im Winter oft der Hayman’s Spiced Sloe Gin mit Gewürzen. Wie experimentierfreudig Monkey 47 sonst ist, zeigt unser Test des Distiller’s Cut 2024.

Und der Gin, und der Cocchi?

Beim Gin passt ein gelagerter Gin mit dezentem Holz, der den Wacholder nicht überdeckt. Hast du keinen im Haus, nimm einen klassischen London Dry Gin. Welche Gins sich im Negroni bewähren, steht in unserem Negroni-Grundrezept. Und weil Cocchi Americano Rosa ein Wein ist, kaufst du ihn am besten in einer Größe, die du in ein paar Wochen aufbrauchst.

Woher kommt der Sloegroni?

Der Negroni selbst soll der Legende nach in Florenz entstanden sein, als Graf Camillo Negroni seinen Americano mit Gin statt Soda bestellte. Belegt ist das nicht bis ins letzte Detail, aber der Drink ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Klassiker der Welt. Entsprechend viele Bartender haben ihn weitergedacht.

Unser Sloegroni stammt von Swetlana Holz aus dem Le Lion in Hamburg, einer der bekanntesten Bars des Landes. Dort machte Jörg Meyer 2008 auch den Gin Basil Smash bekannt. Ausführlich erzählen wir davon in „Bittersweet Symphony“.

Häufige Fragen zum Sloegroni

Was ist ein Sloegroni?

Ein Negroni-Twist mit Sloe Gin. Im Rezept von Swetlana Holz aus dem Le Lion kommen 30 ml Aged Gin, 30 ml Cocchi Rosa, 15 ml Sloe Gin und 15 ml Campari zusammen, gerührt und auf einem großen Eiswürfel serviert.

Was ist der Unterschied zwischen Sloe Gin und Gin?

Gin ist eine Spirituose mit Wacholder. Sloe Gin ist ein Likör, für den Schlehen in Gin eingelegt und gesüßt werden. Er ist fruchtiger, süßer und hat meist weniger Alkohol.

Womit kann ich Cocchi Rosa ersetzen?

Am einfachsten mit einem roten Wermut. Der Drink wird dann dunkler, süßer und erinnert stärker an einen klassischen Negroni.

Wird der Sloegroni gerührt oder geschüttelt?

Gerührt. Alle Zutaten kommen mit Eis ins Rührglas und werden dann auf einen großen Eiswürfel abgeseiht.

Welcher Sloe Gin passt in den Sloegroni?

Im Originalrezept steht Hayman’s, laut Hersteller weder zu süß noch zu sauer und für 23 bis 27 Euro zu haben. Herber wird der Drink mit Monkey 47 oder Foxdenton. Mit einem süßen Sloe Gin wie Plymouth nimmst du besser nur 10 ml.

Wie heißt Sloe Gin auf Deutsch?

Schlehen-Gin oder Schlehenlikör. Nach EU-Recht ist Sloe Gin ein Likör aus Schlehen, die in Gin eingelegt werden, mit mindestens 25 Prozent Alkohol.

Wie trinkt man Sloe Gin?

Pur auf Eis, mit Tonic als Longdrink, im Sloe Gin Fizz oder als Akzent in Cocktails wie dem Sloegroni.

Unser Fazit

Der Sloegroni ist ein Negroni für alle, die den Klassiker mögen, aber gern etwas mehr Frucht im Glas hätten. Er bleibt bitter, wird aber runder. Entscheidend ist die Balance: wenig Sloe Gin, frischer Cocchi Americano Rosa und ein großer Eiswürfel. Und beim Sloe Gin musst du nicht lange suchen: Hayman’s aus dem Originalrezept bekommst du für 23 bis 27 Euro.

Hast du ihn schon probiert, oder mixt du deinen Negroni lieber klassisch? Schreib es uns in die Kommentare. Cheers!

Schlagwörter: Campari, Cocktail, Gin, Negroni, Rezept, Sloegroni

Christoph FröhlichGründer von Zucker & Zeste

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