Old Fashioned

Old Fashioned: Altmodisch? Nur dem Namen nach

Whiskey, Zucker, Bitters, Eis: Unser Old-Fashioned-Rezept mit Profi-Tipps, ein Baukasten zum Ausprobieren, Varianten vom Oaxaca bis zum Benton’s, saisonale Twists und die besten Flaschen aus dem deutschen Handel.

Text: Christoph Fröhlich
Inhalt9 Abschnitte
  1. Old Fashioned: Das Rezept
  2. Fünf Tipps für den perfekten Old Fashioned
    1. 1. Würfel oder Sirup? Beides geht
    2. 2. Kalt rühren, dann ab auf den großen Würfel
    3. 3. Zeste statt Obstsalat
    4. 4. Ein kräftiger Whiskey hilft
    5. 5. Bei Bitters ist mehr als ein Dash erlaubt
  3. Die klassischen Varianten des Old Fashioned
    1. Oaxaca Old Fashioned
    2. Benton’s Old Fashioned
    3. Improved Whiskey Cocktail
    4. Rum Old Fashioned
    5. Wisconsin Brandy Old Fashioned
    6. Old Tom Gin Old Fashioned
    7. Elder Fashioned
  4. Saisonale Old-Fashioned-Twists für Herbst, Winter und Sommer
    1. Herbst: Apple Old Fashioned
    2. Herbst: Autumn Sweater
    3. Winter: Line Cook Old Fashioned
    4. Sommer: King Kong
  5. Old-Fashioned-Ideen aus Bars und YouTube
  6. Welcher Whiskey, welche Bitters? Unsere Flaschen
    1. Bourbon oder Rye?
    2. Die fünf besten Bourbons für den Old Fashioned
    3. Lieber Rye?
    4. Die fünf besten Bitters
    5. Zucker und Sirup
  7. Die Geschichte des Old Fashioned
  8. Häufige Fragen zum Old Fashioned
  9. Unser Fazit

Im Mai 1806 wollte ein Leser der Zeitung „The Balance and Columbian Repository“ wissen, was eigentlich ein Cocktail sei. Eine Woche später kam die Antwort: ein anregendes Getränk aus Spirituose, Zucker, Wasser und Bitters. Mehr nicht. Genau das ist bis heute ein Old Fashioned. Er ist also nicht irgendein Klassiker, sondern ziemlich genau der Ur-Cocktail (Difford’s Guide).

Seinen Namen bekam er, als die Bars im späten 19. Jahrhundert anfingen, Cocktails mit neuen Likören aufzupeppen. Wer das nicht wollte, bestellte seinen Drink eben auf die alte Art, „old-fashioned“. Altmodisch ist er bis heute geblieben, unmodern nie: Beim Fachmagazin Drinks International liegt er 2026 auf Platz 3 der meistverkauften Klassiker in den besten Bars der Welt.

Und trotzdem streiten Bartender über kaum einen Drink so gern: Würfel oder Sirup? Bourbon oder Rye? Orange, Zitrone oder Kirsche? Wir zeigen dir unser Rezept, die Handgriffe, auf die es ankommt, und einen Baukasten zum Ausprobieren. Danach wird gespielt, mit Tequila, Rum, Ahorn und Banane. Und weil niemand 20 Flaschen braucht, gibt es zum Schluss je fünf Bourbons, Ryes und Bitters, mit denen du sicher einen sehr guten Old Fashioned mixt.

Auf einen Blick

  • Das Rezept: 60 ml Bourbon oder Rye, 7,5 ml Demerara-Zuckersirup (2:1), 3 bis 4 Dashes Angostura. Kalt gerührt, auf einem großen Eiswürfel, mit Orangenzeste.
  • Der häufigste Fehler: zu viel Süße und zu viel Obst. Ein Old Fashioned ist kein Fruchtsalat.
  • Unser Starter-Set: Wild Turkey 101, Angostura und Demerara-Zucker, zusammen rund 40 bis 45 Euro.
  • Wenn du den Klassiker kennst: der Oaxaca Old Fashioned mit Tequila und Mezcal.

Old Fashioned: Das Rezept

Whiskey, etwas Süße, Bitters und Eis: Mehr braucht es nicht. Wir rühren den Drink im Rührglas und süßen mit Demerara-Sirup, weil er sich zuverlässiger dosieren lässt als ein Würfel und dem Whiskey eine leichte Karamellnote mitgibt. So machen es auch Difford’s Guide, Death & Co und der Sieger der großen PUNCH-Verkostung 2024.

Rezept

Old Fashioned

Glas: Tumbler (Old-Fashioned-Glas) · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 60 ml Bourbon oder Rye Whiskey (am besten mit 45 bis 50 % Vol.)
  • 7,5 ml Demerara-Zuckersirup (2:1) oder 1 Zuckerwürfel
  • 3–4 Dashes Angostura Bitters

Garnitur: Orangenzeste, wer mag zusätzlich eine Cocktailkirsche

Zubereitung

Einen Tumbler vorkühlen. Whiskey, Sirup und Bitters in ein Rührglas geben, mit reichlich Eis auffüllen und etwa 30 Sekunden kalt rühren. Auf einen großen, frischen Eiswürfel in den Tumbler abseihen. Eine Orangenzeste über dem Drink ausdrücken, damit ihre Öle auf der Oberfläche landen, und ins Glas geben.

Tipp: Die International Bartenders Association (IBA) bleibt beim Würfel: 45 ml Bourbon oder Rye, ein Zuckerwürfel, ein paar Dashes Angostura und ein paar Spritzer Wasser, direkt im Glas zerdrückt und mit Eis aufgefüllt. Garniert wird dort mit Orangenscheibe oder -zeste und Cocktailkirsche.

Mit Tequila und Mezcal: Oaxaca Old Fashioned · Mehr Varianten: Alle Old-Fashioned-Varianten

Wie das in Bewegung aussieht, zeigt der YouTube-Kanal How to Drink. Dort gibt es gleich mehrere Versionen, vom einfachen Old Fashioned über den Improved bis zum Line Cook und einem Rum Old Fashioned.

Video: How to Drink, „Make better drinks by Mastering the Old Fashioned!“

Fünf Tipps für den perfekten Old Fashioned

1. Würfel oder Sirup? Beides geht

Der Zuckerwürfel ist die klassische Methode: Würfel ins Glas, Bitters und ein Spritzer Wasser drauf, zerdrücken, bis er sich weitgehend gelöst hat, dann Whiskey und Eis dazu und rühren. Das hat Charme, aber zwei Haken. Ungelöste Zuckerkörnchen bleiben gern am Glasboden, und ein deutscher Würfel ist eher klein: Südzucker packt 168 Stück in 500 Gramm, das sind knapp 3 Gramm pro Würfel. Rechnerisch entspricht das etwa 5 ml Zuckersirup 1:1 oder 3,5 ml reichem Sirup 2:1, also weniger Süße, als die meisten Profi-Rezepte verwenden.

Sirup ist einfach verlässlicher. Bei der PUNCH-Verkostung 2024 nutzte nur eines von zehn Rezepten einen Würfel, die Jury lobte Sirup als „more consistent“. Wichtig ist nur, dass du weißt, welchen du nimmst: Reicher Sirup 2:1 ist laut Difford’s Guide etwa 1,35-mal so süß wie 1:1. 7,5 ml 2:1 entsprechen also ungefähr 10 ml 1:1. Für den Demerara-Sirup kochst du zwei Teile Demerara-Zucker mit einem Teil Wasser kurz auf, bis sich alles gelöst hat, und füllst ihn abgekühlt in eine saubere Flasche.

2. Kalt rühren, dann ab auf den großen Würfel

Ein Old Fashioned wird gerührt, nicht geschüttelt. Das war nicht immer so: Jerry Thomas schüttelte seinen „Whiskey Cocktail“ 1862 noch über feinem Eis. Heute rühren praktisch alle, weil der Drink klar und seidig bleiben soll. Etwa 30 Sekunden im Rührglas sind ein guter Start. Death & Co rechnet für Old Fashioneds mit rund 20 Prozent Schmelzwasser (Death & Co). Danach gehört der Drink auf einen großen Eiswürfel, denn der schmilzt langsamer als viele kleine und hält den Drink kalt, ohne ihn zu verwässern.

3. Zeste statt Obstsalat

Gemuddelte Orangenscheiben, Kirschen und manchmal sogar Ananas kamen laut Difford’s Guide während der Prohibition ins Glas, wohl auch, um schlechten Whiskey zu überdecken. In vielen Bars hielt sich das bis in die 1990er. Die PUNCH-Redaktion nennt diese Version heute spöttisch den „Disco Old-Fashioned“. Historisch kam eine Zitronenzeste ins Glas, heute ist es meist Orange. Viele Profis nehmen beides, so auch der Sieger der PUNCH-Verkostung.

Und die Kirsche? Bei der IBA gehört sie dazu, die PUNCH-Jury fand dagegen, sie habe im Drink nichts verloren. Unser Kompromiss: Wenn Kirsche, dann eine gute. Welche sich lohnen, steht in unserem Vergleich der Maraschino-Kirschen.

4. Ein kräftiger Whiskey hilft

Weil im Old Fashioned außer Whiskey fast nichts steckt, muss der Whiskey tragen. Jake Powell von Death & Co in Denver empfiehlt bei PUNCH mindestens 45 % Vol. und mindestens vier Jahre Fassreife. Ein Bourbon mit 40 % Vol. funktioniert auch, wird aber schneller dünn. Bourbon macht den Drink runder und süßer, Rye würziger und trockener.

5. Bei Bitters ist mehr als ein Dash erlaubt

Wie viel Angostura in einen Old Fashioned gehört, ist Geschmackssache. Mixology nimmt einen Dash, Anders Erickson vier. Ein Dash ist dabei winzig, laut Difford’s Guide etwa 0,3 ml. Interessant wird es mit einer Mischung: Tom Macy gewann die PUNCH-Verkostung 2024 mit seinen „Dad’s Bitters“ aus Angostura, Orange Bitters und den Jerry Thomas’ Decanter Bitters von The Bitter Truth. Wie unterschiedlich die bekanntesten Rezepte ausfallen, zeigt die Tabelle.

QuelleSpirituoseSüßeBittersGarnitur
IBA (offizielles Rezept)45 ml Bourbon oder Rye1 Zuckerwürfel und ein paar Spritzer Wasserein paar Dashes AngosturaOrangenscheibe oder -zeste, Cocktailkirsche
PUNCH60 ml Rye oder Bourbon1 Zuckerwürfel2–3 Dashes AngosturaOrangenzeste
Difford’s Guide60 ml Bourbon7,5 ml Demerara-Sirup 2:13 Dashes AngosturaOrangenzeste
Death & Co60 ml Bourbon oder Rye5 ml Demerara-Sirup 2:12 Dashes AngosturaZitronen- und Orangenzeste
Tom Macy (Sieger der PUNCH-Verkostung 2024)60 ml Wild Turkey 101 Rye5 ml Demerara-Sirup 2:13 Dashes „Dad’s Bitters“Zitronen- und Orangenzeste
Mixology Magazin60 ml Rye oder Bourbon1 Barlöffel Zuckersirup1 Dash Aromatic BittersOrangenzeste
George J. Kappeler, 18951 Jigger (ca. 60 ml) Whiskeyein kleines Stück Zucker, in wenig Wasser gelöst2 Dashes AngosturaZitronenzeste
US-Unzen sind mit 30 ml umgerechnet. Kappeler definiert den Jigger in seinem Buch mit zwei Unzen.

Wie stark und wie süß dein Old Fashioned wird, hängt an drei Stellschrauben: Whiskey, Süße und Schmelzwasser. Probier es aus.

Bau deinen Old Fashioned

Wie süß und wie stark wird dein Old Fashioned?

Wähl Spirituose, Süße und Bitters. Der Rechner zeigt, wie viel Zucker und Alkohol im Glas landen und welcher Klassiker dabei herauskommt.

50,5 % Vol.
% Vol.
0,87 g Zucker pro ml
7,5 ml

Bitters (Angostura)
Rühren
Im Glas
29,0% Vol.

Dein Drink

Old Fashioned

Zucker
7 g
Drink
90 ml
Alkohol
25 g

Gerechnet mit 60 ml Spirituose, einem Dash Angostura zu etwa 0,3 ml (44,7 % Vol.) und dem Schmelzwasser, das beim Rühren auf Eis in den Drink kommt. Zuckergehalte sind gerundete Näherungen: ein deutscher Zuckerwürfel wiegt etwa 3 g, 1 ml Sirup 2:1 enthält etwa 0,87 g Zucker, 1 ml Sirup 1:1 etwa 0,6 g. Alkoholgehalte laut Hersteller und Handel, Stand November 2026. Im Zweifel gilt das Etikett deiner Flasche.

Die klassischen Varianten des Old Fashioned

Weil der Old Fashioned nur ein Gerüst aus Spirituose, Süße und Bitters ist, lässt er sich mit fast allem bauen. Die besten Varianten tauschen genau eine dieser drei Zutaten.

Oaxaca Old Fashioned

Der wohl berühmteste moderne Twist stammt von Phil Ward, der ihn 2007 für die erste Karte von Death & Co in New York entwarf. Reposado-Tequila und ein Schuss Mezcal ersetzen den Whiskey, Agavensirup den Zucker. 2025 stieg er laut Drinks International in die Liste der meistverkauften Klassiker ein. Wie wir ihn mixen, steht in unserem Beitrag zum Oaxaca Old Fashioned.

Rezept

Oaxaca Old Fashioned

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 45 ml Reposado Tequila
  • 15 ml Mezcal
  • 7,5 ml Agavensirup
  • 1 Dash Angostura Bitters

Garnitur: Orangenzeste

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren und auf einen großen Eiswürfel in den Tumbler abseihen. Eine Orangenzeste darüber ausdrücken. In der Version von PUNCH wird sie flambiert.

Die Mengen entsprechen laut Difford’s Guide Wards Original.

Benton’s Old Fashioned

Speck im Drink? Don Lee machte es 2007 oder 2008 in der New Yorker Bar PDT vor, die Quellen sind sich beim Jahr nicht einig. Er mischte Bourbon mit dem Fett von Bentons Räucherspeck, ließ alles ziehen, fror es ein und hob das erstarrte Fett ab. Dazu Ahornsirup statt Zucker, wegen der Frühstücks-Assoziation. Laut Difford’s Guide hat der Drink die Technik des Fat-Washing überhaupt erst bekannt gemacht. Für den Bourbon nimmt das Mixology Magazin etwa 45 ml Speckfett auf 750 ml, lässt es vier Stunden ziehen und stellt es dann mindestens zwei Stunden ins Tiefkühlfach.

Rezept

Benton’s Old Fashioned

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 60 ml mit Speckfett aromatisierter Bourbon
  • 7,5 ml Ahornsirup
  • 2 Dashes Angostura Bitters

Garnitur: Orangenzeste

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren, auf einen großen Eiswürfel in den Tumbler abseihen und mit einer Orangenzeste garnieren.

Wie das Fat-Washing funktioniert, zeigt The Educated Barfly Schritt für Schritt.

Video: The Educated Barfly, „Benton’s Old Fashioned, The Modern Classic That Started A Movement“

Improved Whiskey Cocktail

Die erste „verbesserte“ Version des Klassikers druckte Jerry Thomas schon 1876: mit einem Hauch Maraschino und Absinth. Genau gegen solche Neuerungen verlangten die Gäste bald wieder ihren Old Fashioned. Heute ist der Improved selbst ein Klassiker. Mehr über den Kirschlikör steht in unserem Artikel zum Luxardo Maraschino.

Rezept

Improved Whiskey Cocktail

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 60 ml Bourbon oder Rye
  • 1 Zuckerwürfel
  • 1 Barlöffel Maraschino-Likör
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • 1 Dash Peychaud’s Bitters
  • 1 Dash Absinth

Garnitur: Zitronen- oder Orangenzeste

Zubereitung

Zuckerwürfel mit Bitters und einem Spritzer Wasser im Glas zerdrücken, die übrigen Zutaten und einen großen Eiswürfel dazugeben und kalt rühren.

Die Mengen folgen PUNCH.

Rum Old Fashioned

Mit Berlin-Bezug: Gonçalo de Sousa Monteiro mixte diese Version 2009 in Berlin. Der gereifte Rum bekommt Unterstützung von einem Schuss Jamaika-Overproof, die Süße kommt zum Teil aus Falernum. Wer es würziger mag, probiert unseren Stormy Weather Old Fashioned mit Rum, Mezcal und Rosmarinsirup.

Rezept

Rum Old Fashioned

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 50 ml gereifter Rum (6 bis 10 Jahre)
  • 10 ml weißer Overproof-Rum aus Jamaika
  • 7,5 ml Falernum
  • 2,5 ml Zuckersirup (2:1)
  • 1 Dash Angostura Bitters

Garnitur: Orangen- oder Limettenzeste

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren und auf einen großen Eiswürfel abseihen.

Die Mengen folgen Difford’s Guide.

Wisconsin Brandy Old Fashioned

In Wisconsin ist der Old Fashioned ein ganz eigenes Getränk und seit 2023 sogar offizieller State Cocktail, wie NPR berichtete. Hier bleibt die Frucht im Glas: Orangenspalte, Maraschino-Kirsche, Zucker und Angostura werden zerdrückt, dann kommen Brandy und Eis dazu. Aufgefüllt wird mit Zitronenlimonade („sweet“), Grapefruitlimonade („sour“) oder halb Limonade, halb Soda („press“). Ein Fruchtsalat, ja, aber einer mit Tradition.

Old Tom Gin Old Fashioned

Gin im Old Fashioned klingt modern, steht aber schon 1895 bei George Kappeler: Der Old-Tom-Gin wird gemixt wie die Whiskey-Version, mit einem Stück Zucker, Angostura und Zitronenzeste. Old Tom ist etwas süßer als London Dry Gin und hält im Glas deshalb gut gegen die Bitters.

Elder Fashioned

Simon Difford erfand diesen Twist 2006 in der Londoner Bar The Cabinet Room. Holunderblütenlikör übernimmt fast die ganze Süße, der Drink wird floral und erstaunlich frühlingshaft.

Rezept

Elder Fashioned

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 60 ml Bourbon
  • 15 ml Holunderblütenlikör (z. B. St-Germain)
  • 2,5 ml Zuckersirup (2:1)
  • 1 Dash Orange Bitters

Garnitur: Orangenzeste

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren und auf einen großen Eiswürfel abseihen.

Die Mengen folgen Difford’s Guide. Weitere Twists aus unserer Küche, vom Pandan-Kokos Old Fashioned bis zum Wine Fashioned, findest du bei unseren Old-Fashioned-Varianten.

Saisonale Old-Fashioned-Twists für Herbst, Winter und Sommer

Herbst: Apple Old Fashioned

Anders Erickson kocht naturtrüben Apfelsaft mit einer Zimtstange auf etwa ein Viertel ein, bis ein dicker Apfelsirup entsteht. Der ersetzt den Zucker. Laut Anders funktioniert das auch mit Rum, Cognac oder Apfelbrand. Wie er den Sirup kocht, zeigt er in seinem Video zum Apple Old Fashioned.

Rezept

Apple Old Fashioned

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 60 ml Bourbon (Anders nimmt Woodford Reserve Double Oaked)
  • 15 ml Apfelsirup (Apfelsaft mit Zimt auf ein Viertel eingekocht, Prise Salz)
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • 1 Dash Black Walnut Bitters

Garnitur: Orangenzeste und Apfelscheiben

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren und auf einen großen Eiswürfel abseihen. Orangenöl über dem Drink ausdrücken, mit Apfelscheiben garnieren.

Herbst: Autumn Sweater

Amaro statt Zucker: Brad Thomas Parsons stellte den Drink 2011 in seinem Buch „Bitters“ vor. Zwei Amari und Ahornsirup machen ihn dunkel, würzig und so gemütlich wie sein Name.

Rezept

Autumn Sweater

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: eine große Eiskugel

Zutaten

  • 30 ml Rye Whiskey
  • 15 ml Averna
  • 15 ml Amaro Nonino
  • 15 ml Ahornsirup
  • 1 Dash Maple Bitters
  • 1 Dash Orange Bitters

Garnitur: Orangenzeste mit Gewürznelken

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren und auf eine große Eiskugel abseihen. Mit einer Orangenzeste garnieren, die mit ein paar Gewürznelken gespickt ist.

Die Mengen folgen PUNCH.

Winter: Line Cook Old Fashioned

Der wohl einfachste Kaffee-Twist kommt vom YouTube-Kanal How to Drink: Kaffeelikör ersetzt Zucker und Bitters, fertig. Mehr Kaffee und Cognac gibt es in unserem Carajillo Old Fashioned.

Rezept

Line Cook Old Fashioned

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 60 ml Bourbon
  • 10 ml Kaffeelikör (z. B. Kahlúa)

Garnitur: Orangenzeste

Zubereitung

Beides im Glas auf einem großen Eiswürfel kalt rühren und mit einer Orangenzeste garnieren.

Sommer: King Kong

Bananen-Old-Fashioned? Ja, bitte. Den King Kong von Sam Ross beschreibt Anders Erickson als Drink, der wie ein Old Fashioned mit tropischer Kante trinkt. Jamaika-Rum und Bananenlikör stecken dahinter. Wer gern selbst Sirup kocht, findet bei uns auch einen Bananenschalen- und Pandan-Sirup.

Rezept

King Kong

Glas: Tumbler · Methode: gerührt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 45 ml Bourbon (Anders nimmt Old Grand-Dad Bonded)
  • 15 ml Jamaika-Rum (z. B. Smith & Cross)
  • 15 ml Bananenlikör (z. B. Giffard Banane du Brésil)
  • 3 Dashes Angostura Bitters

Garnitur: Zitronenzeste

Zubereitung

Alle Zutaten im Rührglas mit Eis kalt rühren und auf einen großen Eiswürfel abseihen.

Für heiße Tage gibt es außerdem den Cold Fashioned von Terry Williams aus Houston: eine Old-Fashioned-Mischung aus dem Tiefkühlfach, als Highball auf großem Eis serviert (PUNCH).

Batch- und Freezer-Old-Fashioned: Für Gäste mischst du einfach vor. Death & Co rechnet bei Old-Fashioned-Drinks mit rund 20 Prozent Wasser, damit der Drink direkt aus dem Gefrierfach trinkfertig ist. Der slowenische Bartender Kevin Kos hat dafür ein Rezept für zehn Drinks.

Rezept

Batch-Old-Fashioned (10 Drinks)

Glas: Tumbler · Methode: vorgemischt und vorgekühlt · Eis: ein großer Würfel

Zutaten

  • 600 ml Whiskey (Kevin nimmt Jameson Black Barrel)
  • 50 ml Demerara-Zuckersirup (2:1)
  • 12 ml Angostura Bitters
  • 12 Tropfen Salzlösung (20 %)
  • 200 ml Wasser

Zubereitung

Alle Zutaten mischen und in eine saubere Flasche mit ausreichend Platz füllen. Im Gefrierfach gut durchkühlen und direkt auf einen großen Eiswürfel gießen.

Tipp: Mit Wasser kann die Mischung im Gefrierfach anfrieren, wenn sie zu lange drin bleibt. Alternativ lagerst du sie ohne Wasser und rührst jeden Drink frisch auf Eis.

Ein Hauch Salz: Kevin Kos und Difford’s Guide geben zwei bis drei Tropfen Salzlösung in ihren Old Fashioned. Salz schmeckt man nicht heraus, es macht den Drink aber runder.

Klareis: Kristallklare Würfel sehen nicht nur gut aus, sie schmelzen auch gleichmäßig. Das Prinzip des „Directional Freezing“ beschreibt der Autor Camper English auf Alcademics: Wasser in einer offenen Kühlbox gefriert von oben nach unten, Luft und Trübungen wandern nach unten.

Rauch: Ein angeräuchertes Glas passt erstaunlich gut zum Old Fashioned, vor allem mit Ahorn. Wie beim Manhattan gilt aber: Zu viel Rauch deckt den Whiskey zu. Fang mit dem leeren Glas an, nicht mit dem fertigen Drink.

Die Zeitreise: Kevin Kos mixt in einem Video die Entwicklung des Old Fashioned von 1806 bis zu einer Version, wie sie 2050 aussehen könnte. Lohnt sich, auch für Leute, die keine Videos mögen.

Video: Cocktail Time with Kevin Kos, „Evolution of the Old Fashioned Cocktail – 1806 to 2050!“

Welcher Whiskey, welche Bitters? Unsere Flaschen

Für einen sehr guten Old Fashioned brauchst du keine Raritäten. Wir hätten dir locker 20 Whiskeys auflisten können, beim Einkaufen hilft das aber niemandem. Deshalb gibt es je fünf Bourbons, Ryes und Bitters, jeweils mit einem klaren Grund. Die Preise sind grobe Orientierung ohne Versand, geprüft am 8. November 2026 bei Idealo. Achtung, Black-Friday-Zeit: Einzelne Tiefstpreise können Aktionen sein.

Bourbon oder Rye?

Beides ist richtig, die IBA erlaubt ausdrücklich beides. Rye gilt als die traditionelle Wahl, er macht den Drink würziger und trockener. Bourbon bringt mehr Vanille und Karamell und einen runderen, süßeren Old Fashioned. Wir greifen meist zum Bourbon. Wer Rye bevorzugt, findet weitere Flaschen in unserem Manhattan-Artikel.

Die fünf besten Bourbons für den Old Fashioned

Flasche% Vol.ca. Preis (0,7 l)Warum diese Flasche?
Wild Turkey 10150,523–25 €Der Preis-Leistungs-Sieger. Kräftig, würzig, mit viel Fasskohle. Laut einem Bartender bei VinePair mixt er sich dank hohem Alkoholgehalt hervorragend im Old Fashioned. Unsere erste Wahl.
Buffalo Trace4018–21 €Der Bar-Standard. Laut VinePair oft der Bourbon, den Cocktailbars für den klassischen Old Fashioned nehmen. Mit 40 % Vol. aber eher sanft.
Maker’s Mark4520–22 €Der Weiche. Weizen statt Roggen in der Maische, rund und süß. Für einen Bartender bei VinePair „definitely my go-to“ für den Old Fashioned.
Four Roses Small Batch4530–34 €Der Elegante. Platz 1 bei VinePairs Liste der besten Whiskeys für den Old Fashioned. Auch How to Drink mixt seinen einfachen Old Fashioned mit Four Roses.
Elijah Craig Small Batch4733–38 €Der Profi-Tipp. Der Bourbon im Old-Fashioned-Rezept von Death & Co. Mit 47 % Vol. kräftig genug, mit viel Eiche und Karamell.

Lieber Rye?

Flasche% Vol.ca. PreisWarum diese Flasche?
Rittenhouse Rye Bottled in Bond5034–39 € (0,7 l)Der Standard. Bei der PUNCH-Umfrage 2022 von den meisten Bartendern empfohlen und der Rye der PUNCH-Redaktion für den Old Fashioned.
Wild Turkey 101 Rye50,534–37 € (1 l)Der Sieger. Mit ihm gewann Tom Macy die PUNCH-Verkostung 2024. Bei Idealo derzeit nur als Literflasche gelistet.
Old Overholt Straight Rye4340–43 € (1 l)Der Bartender-Liebling. Sother Teague von der New Yorker Bar Amor y Amargo baut seinen Old Fashioned nach eigener Aussage seit über 20 Jahren damit.
Sazerac Rye4528–36 € (0,7 l)Der Zugängliche. Vergleichsweise sanft und bei VinePair unter den empfohlenen Ryes für den Old Fashioned. Eine gute Brücke für Bourbon-Fans.
Michter’s US*1 Rye42,451–58 € (0,7 l)Der Elegante. Teurer, dafür besonders rund. Auch in der PUNCH-Umfrage 2022 vorn dabei.

Rye aus Deutschland gibt es übrigens auch, zum Beispiel von Stork Club aus dem Spreewald. Wie experimentierfreudig die Brennerei ist, zeigt unser Test des Stork Club Toffee Rye.

Die fünf besten Bitters

Flasche% Vol.ca. PreisWarum diese Flasche?
Angostura Aromatic Bitters44,711–17 € (0,2 l)Der Standard. Steht im IBA-Rezept und in fast allen anderen. Hält in der Hausbar jahrelang.
Angostura Orange Bitters289–13 € (0,1 l)Für mehr Frische. Ein Dash zusätzlich macht den Drink heller, Difford’s Guide nutzt ihn im Elder und im Maple Old Fashioned.
The Bitter Truth Old Time Aromatic3912–15 € (0,2 l)Die deutsche Alternative. Von der Marke aus dem Raum München. Laut The Educated Barfly kommt im Old Fashioned von Death & Co ein Dash davon zur Angostura.
The Bitter Truth Orange Bitters3912–17 € (0,2 l)Für den Bitters-Mix. Teil von Tom Macys siegreichen „Dad’s Bitters“.
The Bitter Truth Jerry Thomas’ Own Decanter30ab ca. 11 € (0,2 l)Für Nerds. Nach einem Rezept aus Jerry Thomas’ Bar-Tender’s Guide, die dritte Zutat in Macys Mischung.

Zucker und Sirup

Für Würfel-Fans reicht normaler Würfelzucker, 500 Gramm kosten rund 1,30 Euro. Brauner Würfel-Rohrzucker bringt etwas mehr Karamell. Für Demerara-Sirup kaufst du Demerara-Rohrohrzucker, 500 Gramm gibt es für knapp 4 Euro, und kochst ihn im Verhältnis 2:1 mit Wasser auf. Laut Difford’s Guide kann dunkler Zucker dabei klumpen. Dann nimmst du etwas mehr Wasser und filterst den Sirup. Wer keine Lust auf Kochen hat, greift zu einem fertigen Rohrzuckersirup, etwa von Monin, der Liter kostet um die 7 Euro. Für Benton’s und Maple Old Fashioned brauchst du einen kräftigen, dunklen Ahornsirup.

Eigene Sirupe machen besonders viel Spaß: Unser Rosmarinsirup steckt im Stormy Weather Old Fashioned, der Bananenschalen- und Pandan-Sirup im Pandan-Kokos Old Fashioned.

Unsere Old-Fashioned-Kombinationen

  • Der Einstieg: Wild Turkey 101, Angostura und Demerara-Sirup. Für alles zusammen zahlst du grob 40 bis 45 Euro, und damit mixt du sehr viele Old Fashioneds.
  • Rund und weich: Maker’s Mark mit 10 ml Demerara-Sirup, 2 Dashes Angostura und einem Dash Orange Bitters.
  • Wie der PUNCH-Sieger: Wild Turkey 101 Rye, 5 ml Demerara-Sirup und je ein Dash Angostura, Bitter Truth Orange und Jerry Thomas’ Decanter Bitters, dazu Zitronen- und Orangenzeste.
  • Made in Germany: Stork Club Straight Rye mit The Bitter Truth Old Time Aromatic.

Die Geschichte des Old Fashioned

Am Anfang steht die Definition von 1806: In der Zeitung „The Balance and Columbian Repository“ aus Hudson im Staat New York wird ein Cocktail als „stimulating liquor“ aus Spirituose, Zucker, Wasser und Bitters beschrieben. Die Scans beider Ausgaben hat das Imbibe Magazine veröffentlicht. Jerry Thomas druckte 1862 dann seinen „Whiskey Cocktail“ mit Gummisirup und Bitters, damals noch geschüttelt.

In den 1870er-Jahren begannen Bartender, ihre Cocktails mit Curaçao, Maraschino oder Absinth zu „verbessern“. Nicht alle Gäste waren begeistert. Wer seinen Drink ohne die neuen Zutaten wollte, bestellte ihn auf die alte Art. Als frühester Beleg für „old-fashioned cocktails“ gilt laut Wikipedia ein Artikel der Chicago Tribune von 1880. 1886 beschrieb der Journalist Leander Richardson einen regelrechten Ansturm auf Old-Fashioned-Cocktails: ein wenig Zucker, ein wenig Bitters, ein Stück Eis. Das erste Rezept unter diesem Namen folgte 1888 in Theodore Proulx’ „The Bartender’s Manual“ aus Chicago, 1895 führte George Kappeler in „Modern American Drinks“ den „Old-Fashioned Whiskey Cocktail“ gleich neben Versionen mit Brandy und Gin (Project Gutenberg).

Und der Pendennis Club in Louisville? Der Club erzählt, sein Barkeeper habe den Drink zwischen 1889 und 1895 für den Bourbon-Destillateur James E. Pepper erfunden. Die Geschichte taucht 1931 in einem Buch über die Bar des Waldorf-Astoria auf. Sie hat nur ein Problem: Der Tribune-Beleg von 1880 ist älter als der Club, der 1881 gegründet wurde. Der Cocktailhistoriker David Wondrich erklärte den Mythos deshalb für widerlegt (Difford’s Guide). Louisville hat den Old Fashioned trotzdem 2015 zu seinem offiziellen Cocktail erklärt und feiert ihn jedes Jahr Anfang Juni mit einer „Old Fashioned Fortnight“ (Louisville Tourism).

Nach der Prohibition wanderten Obst und Soda ins Glas, und der Old Fashioned wurde zum süßen Fruchtgetränk. Mit der Cocktail-Renaissance kam der Klassiker zurück, laut Robert Simonson etwa ab 2009. Kräftig geholfen hat sicher die Serie „Mad Men“, in der Don Draper seinen Old Fashioned gern selbst mixt, viele Bartender berichteten damals von einem regelrechten Mad-Men-Effekt. Heute gehört der Drink zur absoluten Spitze: Bei Drinks International landete er 2025 auf Platz 2 und 2026 auf Platz 3 der meistverkauften Klassiker. In unseren beliebtesten Cocktails der Welt ist er natürlich auch dabei.

Häufige Fragen zum Old Fashioned

Was ist in einem Old Fashioned?

Ein klassischer Old Fashioned besteht aus Bourbon oder Rye Whiskey, Zucker und Angostura Bitters, meist 60 ml Whiskey, 7,5 ml Zuckersirup (2:1) oder ein Zuckerwürfel und 2 bis 4 Dashes Bitters. Er wird auf Eis gerührt und mit Orangenzeste garniert.

Wie schmeckt ein Old Fashioned?

Kräftig und whiskeybetont, mit einer leichten Süße, würzigen Noten von den Bitters und frischen Orangenölen von der Zeste. Je nach Whiskey eher nach Vanille und Karamell (Bourbon) oder pfeffrig und trocken (Rye).

Welcher Whiskey für den Old Fashioned: Bourbon oder Rye?

Beides ist richtig. Rye gilt als traditionelle Wahl und macht den Drink würziger, Bourbon wird runder und süßer. Ideal sind 45 bis 50 % Vol. Unsere erste Wahl ist Wild Turkey 101.

Welcher Zucker gehört in den Old Fashioned?

Klassisch ein Zuckerwürfel, der mit Bitters und etwas Wasser im Glas zerdrückt wird. Viele Bars nehmen heute reichen Demerara-Sirup 2:1, weil er sich besser dosieren lässt. Ein deutscher Zuckerwürfel mit etwa 3 Gramm entspricht rund 3,5 ml Sirup 2:1.

Welche Bitters für den Old Fashioned?

Angostura Aromatic Bitters sind der Standard. Ein zusätzlicher Dash Orange Bitters macht den Drink frischer. Als deutsche Alternative gibt es die Aromatic Bitters von The Bitter Truth.

Wie viel Alkohol hat ein Old Fashioned?

Je nach Whiskey und Schmelzwasser meist etwa 30 bis 37 % Vol. Difford’s Guide nennt für seinen Bourbon Old Fashioned 31,55 % Vol. und 21,6 Gramm reinen Alkohol. Mit einem Whiskey mit 50 % Vol. landest du eher bei 35 % Vol.

Wird ein Old Fashioned gerührt oder geschüttelt?

Gerührt. So bleibt er klar und die Textur seidig. Jerry Thomas schüttelte seinen Whiskey Cocktail 1862 allerdings noch.

Was bedeutet Old Fashioned?

Übersetzt heißt es altmodisch. Im späten 19. Jahrhundert bestellten Gäste ihren Cocktail auf die alte Art, also ohne die damals neuen Liköre wie Curaçao, Maraschino oder Absinth.

Was ist der Unterschied zwischen Old Fashioned und Manhattan?

Beide basieren auf Whiskey und Bitters. Der Old Fashioned wird mit Zucker gesüßt und auf Eis im Tumbler serviert, meist mit Orangenzeste. Der Manhattan bekommt seine Süße vom roten Wermut und wird ohne Eis in der Coupe serviert, klassisch mit Kirsche.

Gehört eine Kirsche in den Old Fashioned?

Kann, muss nicht. Die IBA nennt eine Cocktailkirsche als Garnitur, viele Profis lassen sie weg. Wenn Kirsche, dann eine gute Maraschino-Kirsche statt einer knallroten Supermarktkirsche.

Unser Fazit

Der Old Fashioned verzeiht wenig, weil er sich hinter nichts verstecken kann. Gerade das macht ihn so gut. Ein kräftiger Whiskey, eine Spur Süße, ein paar Dashes Bitters, kalt gerührt und auf einem großen Würfel: Mehr braucht es nicht für einen der besten Drinks der Welt.

Unser Tipp für den Einstieg: Wild Turkey 101, 7,5 ml Demerara-Sirup und drei Dashes Angostura. Von da aus darfst du schrauben, am besten zuerst an der Süße. Irgendwann landest du dann vermutlich beim Oaxaca Old Fashioned oder einem unserer Old-Fashioned-Varianten. Welcher ist dein Lieblings-Old-Fashioned? Schreib es uns in die Kommentare.

Cheers!

Schlagwörter: Bourbon, Cocktail, Old Fashioned, Rezept, Rye, Rye Whiskey, Whiskey, Whisky

Christoph FröhlichGründer von Zucker & Zeste

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