Im Test: Planteray Mr. Fogg Sail No. 2

Mehr Trinidad, dazu Rhum aus Zuckerrohrsaft von Mauritius: Die zweite Auflage des Navy-Blends von Planteray hat ein neues Profil. Wir verraten, ob uns Sail No. 2 oder Batch 1 besser gefällt.

Text: Hendrik Fröhlich

Planteray Mr. Fogg Sail 2 gehört zu den neueren „Navy-Style“-Limited Editions von Planteray (ehemals Plantation), entwickelt von Alexandre Gabriel in Kollaboration mit Rum-Experten wie Matt Pietrek. Die zweite Auflage wurde Anfang August 2025 mit einer limitierten Auflage von 5.000 Flaschen mit 0,7 Litern in Deutschland und Österreich eingeführt. Sie folgt demselben Grundkonzept wie Batch 1, nutzt aber ein verändertes Blendprofil.

Was ist in dem Blend?

Beim Produktionsprozess gilt: Rums aus verschiedenen Herkunftsländern (Barbados, Trinidad, Guyana, Mauritius, Jamaika) reifen zunächst in Ex-Bourbon-Fässern im tropischen Klima. Anschließend werden sie nach Frankreich transportiert, wo eine zweite Reifung in gebrauchten Eichenholzfässern sowie ein oxidativer Blend-Prozess in offenen Holzbottichen erfolgt (bis ca. drei Jahre). Abgefüllt wird Sail No. 2 mit 55,7 % und mit einem zugesetzten Farbstoff sowie einer Dosage von 4,8 g/L.  

Die Blendzusammensetzung ist wie folgt:

  • Barbados (WIRD): 34 %
  • Trinidad (TDL): 35 %
  • Guyana (DDL): 20 %
  • Mauritius (Saint Aubin): 6 %
  • Jamaika (Long Pond, Clarendon, Hampden): 5 %  

Somit tritt Sail No. 2 etwas verändert auf, der Anteil an Trinidad ist gegenüber dem Vorgänger höher, zudem kommt ein Anteil Zuckerrohrsaft-Destillat aus Mauritius hinzu, was die Vielfalt im Blend verstärken soll. 

Tasting

In der Nase wirkt Sail No. 2 weniger voluminös, zugleich aber eleganter, frischer und etwas runder als Sail No. . Trockenfrüchte, Zitrusnoten, leichte Esteranflüge und Gewürze dominieren die Nase. Im Hintergrund etwas Karamell und Vanille. Holz ist riechbar, aber absolut nicht dominant. Die Alkoholintegration ist in der Nase sehr gut. Die Guyana Dominanz vom Vorgänger ist nicht mehr vorhanden.

Am Gaumen finde ich zunächst frische und fruchtige Aromen. Die fruchtigen Aromen wie Banane und Zitrusschalen drängen sich jedoch nicht als klassische „Esterbombe“ auf, sie sind sehr angenehm in den Blend integriert. Daneben wieder einige Gewürze und auch hier im Hintergrund etwas Holz, Vanille und ein ganz zarter Anflug von Trockenfrüchten. Dann wird auch die Dosage minimal spürbar, was für mich aber gut zum Profil passt.

Der Abgang ist lang, weich, getragen von Kakao, Karamell und Trockenfrüchten, mit gelegentlichen Akzenten von Estern und Würze.  

8,0Planteray Mr. Fogg Sail No. 255,7 % · 40 €

Fazit

Der Planteray Mister Fogg Sail No. 2 ist eine bemerkenswerte zweite Edition, die gegenüber Batch 1mehr Reife, Harmonie und Ausgewogenheit bietet, während sie gleichzeitig Charakter, Komplexität und Struktur bewahrt. Für diejenigen, die komplexe Navy-Rums mögen, aber nicht unbedingt harte Ecken und Kanten suchen, ist dieser Rum eine attraktive Option. Uns hat Batch 2 besser gefallen, weil er weniger stressig als Batch 1 ist. Guyana Fans dürften bei Batch 1 mehr auf ihre Kosten kommen. Für die aufgerufenen 40€ ein hervorragendes Angebot am Rum-Markt.

Schlagwörter: Clarendon, Diamond, Ferrand, Hampden, Long Pond, Mr. Fogg, Navy Rum, Planteray, Rum, Saint Aubin, Tasting, TDL, Test, WIRD

Hendrik FröhlichGründer von Zucker & Zeste

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