Im Test: Zwei Kirsch Import 50th Anniversary-Abfüllungen

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Kirsch Import feiert seinen 50. Geburtstag und präsentiert dazu mehrere Abfüllungen. Zwei davon haben wir für euch getestet. Für diesen Test habe ich mir einen Mittester organisiert, der eine ausgeprägte Vorliebe für Talisker und andere rauchige Whiskys hat.

Talisker 32 Jahre Kirsch Import

Der Talisker wurde 1993 destilliert und reifte in einem intensiv ausgebrannten Fass (heavily charred Cask). Abgefüllt wurde in Fassstärke mit 58,4%. Premiere wird auf der Whisky Live in Hamburg am 10. + 11.10. sein.

In der ersten Nase zeigt sich ein schön eingebundener Rauch, begleitet von abgebranntem Lagerfeuer. Daneben kommen Vanille und eine intensive, süße Orange hervor, die fast an Orangensirup erinnert. Eine dezente Würze bleibt eher im Hintergrund. Insgesamt wirkt die Nase sehr harmonisch und gut miteinander verbunden.

Am Gaumen tritt der Torf deutlicher hervor. Dazu kommen altes Toffee und Karamell, bevor sich Roggenbrot, Pfeffer und Salmiak zeigen. Tannennadeln bringen eine herb-frische Note hinein, ergänzt von etwas Tabak und schwarzem Tee. Deutlich kräftiger und würziger als die Nase, ohne dass die einzelnen Eindrücke auseinanderfallen.

Der Abgang ist lang und leicht salzig. Dezente Bitternoten treffen auf einen süßlichen Rauch, der lange am Gaumen bleibt. Die süße überrascht mich auch im Abgang.

Ein sehr reifer und runder Talisker, der natürlich noch sehr viel Rauch mit sich bringt, aber durch die Reifung etwas glatter geschliffen wurde. Fans der Marke sollte unbedingt einen Blick auf diesen Talisker werfen.

-8.8 von 10.0-

Jean-Luc Pasquet Lot. 76 Kirsch Import

Der Lot 76 ist ein Grande-Champagne-Cognac aus Ugni Blanc aus dem Jahrgang 1976. Er reifte 50 Jahre in französischer Eiche und wurde naturbelassen mit 51,1 % vol. in Fassstärke abgefüllt. er ist also genauso alt wie der Importeur. Der Preis beträgt 185€.

In der Nase zunächst viel Frucht: Pfirsich und Himbeere, dazu die Frische von Zitrusschale. Daneben kommt eine leicht klebstoffartige Note hinzu, die einen kantigen Akzent setzt. Dahinter liegen gerösteter Honig und Gewürze. Gerade das Zusammenspiel aus reifer Frucht, Frische und Würze funktioniert ausgesprochen gut und lässt das hohe Alter zunächst kaum erahnen.

Am Gaumen beginnt der Lot 76 mit Kirsche und Honig und wird dann staubtrocken. Pfeffer bringt Würze hinein, während sich die Tannine Stück für Stück aufbauen. Das Holz ist deutlich präsent, erschlägt die Frucht aber nicht. Nach hinten heraus verändert sich das Bild noch einmal: Die Aromatik wird säuerlicher und frischer, mit grünem Apfel und grünem Tee. Der Alkohol ist hervorragend eingebunden.

Der Abgang ist lang und leicht adstringierend. Jetzt übernimmt das Holz stärker, ohne vollständig die Kontrolle zu gewinnen. Zwischen den trockenen, tanninreichen Holzaromen ploppen immer wieder einzelne Fruchtnoten auf.

Das ist kein weichgespülter alter Cognac, sondern eine anspruchsvolle Abfüllung, die zwischen reifer Frucht, Säure, Würze und jahrzehntelanger Fassreifung pendelt. Für mich kein typischer Pasquet.

-9.0 von 10.0-

Cheers!

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