Ich bin nicht so der große leidenschaftliche Teetrinker. In Cocktails wiederum hab ich mit Tee infusionierte Zutaten meistens sehr gerne. Eine bleibende Entdeckung war vor vielen Jahren der Elder Tea aus dem Christiansen’s in Hamburg. Dieser von Eyck Thorman entwickelte Cocktail besteht aus mit Kräutertee infusionierten Gin, Holunderblütensirup und Cranberrysaft. Ein sehr frischer und äußerst leckerer Cocktail.
Nun habe ich auf Liquor.com einen sehr interessanten Cocktail von Audrey Saunders aus dem berühmten Pegu Club in New York gefunden. Saunders ist eine wahre Vorreiterin der modernen Cocktailwelt. Ihre Rezepte sprechen mich sehr häufig an. So auch dieser Gin Sour Twist namens Earl Grey Marteani, in dem der namensgebende Earl Grey Tee die erste Geige spielt.
Earl Grey Tee ist ein klassischer Guten-Morgen- oder Teatime-Tee. Häufig wird er mit Sahne und Zucker serviert. Es handelt sich dabei um schwarzen Tee, der mit Schalen der Bergamotte aromatisiert wurde. Ich persönlich liebe die Aromatik dieser völlig untypischen kalabrischen Zitrusfrucht. Ein Grund, den Marteani nachzumixen.
Für den Cocktail werden 180 ml Gin mit einem Teelöffel Earl Grey Tee für 2-8 Stunden infusiert. Dann wird der Gin abgefiltert. Saunders verwendet in ihrem Rezept Tanqueray Gin, ein absolut bodenständiger Gin mit einem ordentlichen Alkoholgehalt und tollem Preis-Leistungs-Verhältnis, der aus gerade einmal 3 Botanicals besteht. Der Earl Grey Tee fügt dem Gin seine typischen floralen und parfümigen Bergamottenoten und erdig-bittere Tannine hinzu.
Rezept Earl Grey Marteani
Zutaten
- 50 mlEarl Grey Gin
- 25 mlZitronensaft
- 30 mlZuckersirup
- 1Eiweiß
- Zitronenzeste
Zubereitung
Alle Zutaten zuerst 10 Sekunden ohne Eis shaken (Dry Shake), dann mit Eis weitere 10 Sekunden kräftig shaken. In eine vorgekühlte Coupette abseihen, nach Wunsch mit Zuckerrand, und mit einer Zitronenzeste garnieren.
Der Earl Grey Marteani verfügt über ein sehr gut ausgegleichendes Spiel aus Süße, Säure und kräftigen Gin-Aromen, die um die Bergamotte ergänzt werden. Der Earl Grey ist dabei nicht im Vordergrund, sondern begleitet den Gin sehr harmonisch. Das Eiweiß fängt die kräftigen Tee und Gin Noten ein wenig auf und gibt dem Drink Fülle und ein weiches, cremiges Mundgefühl.
Als vegane Alternative kann natürlich auch Aquafaba zum Einsatz kommen. Ohne Eiweiß stelle ich mir den Drink jedoch ziemlich ruppig vor.
Cheers!
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