Diageo setzt die Special Releases 2026 aus

Diageo legt seine jährliche Whisky-Kollektion Special Releases auf Eis. 2026 erscheint keine neue Ausgabe. Was bekannt ist und welcher Sparkurs dahintersteht.
Die acht Single-Malt-Flaschen der Diageo Special Releases 2025 „Horizons Unbound“ nebeneinander
Inhalt

Diageo setzt seine jährliche Whisky-Kollektion Special Releases aus. In diesem Jahr erscheint keine neue Ausgabe, das hat der Spirituosenkonzern gegenüber dem Fachmagazin The Spirits Business bestätigt. Die Serie limitierter Single Malts aus Diageos schottischen Brennereien kam seit 2001 jedes Jahr auf den Markt, meist im Herbst.

Als Grund nennt Diageo, man wolle Rückmeldungen auswerten, um künftige Angebote stärker an den aktuellen Bedürfnissen von Verbrauchern und Kunden auszurichten. Ob und in welcher Form die Special Releases 2027 zurückkehren, ist offen.

Sammlerserie mit Port Ellen und Brora

In den Anfangsjahren standen vor allem seltene Abfüllungen in Fassstärke im Mittelpunkt. Port Ellen war schon im ersten Jahrgang 2001 vertreten, Brora ein Jahr später. Bis 2017 gehörten Whiskys aus beiden stillgelegten Brennereien fast immer zur Kollektion. 2018 fehlten sie erstmals, nachdem Diageo die Wiedereröffnung beider Destillerien angekündigt hatte. Brora produziert seit 2021 wieder, Port Ellen seit 2024. Regelmäßig vertreten waren außerdem Talisker, Lagavulin und Caol Ila.

Seit 2019 steht jede Ausgabe unter einem eigenen Motto. 2024 hieß die Kollektion „Spirited Xchange Second Edition“ und umfasste acht Abfüllungen, unter anderem von Mortlach, Benrinnes und Roseisle. 2025 folgte „Horizons Unbound“, zusammengestellt von Master Blender Dr. Stuart Morrison. Die acht Whiskys stammten von Dailuaine, Teaninich, The Singleton of Glen Ord, Clynelish, Talisker, Lagavulin, Oban und Roseisle. Die Spanne reichte vom achtjährigen Teaninich „Daring Rye“ bis zum 21-jährigen Dailuaine „Marbled Treasures“. Laut The Spirits Business lagen die Preise für die 0,7-Liter-Flaschen zwischen 100 und 500 US-Dollar.

Seltene Einzelfässer vermarktet Diageo zusätzlich über das Programm Casks of Distinction. Daraus haben wir den Cragganmore 1985 mit 38 Jahren verkostet.

Sparkurs unter Dave Lewis

Die Pause fällt in eine Phase großer Umbauten bei Diageo. Seit Januar 2026 führt Dave Lewis, früher Chef der britischen Supermarktkette Tesco, den Konzern. Im Geschäftsjahr bis Ende Juni 2026 sank der Nettoumsatz um 2 Prozent. Weltweit fallen rund 2.000 Stellen weg, darunter 150 in Irland und 305 in Nordamerika. Im Juli schloss Diageo zudem das Besucherzentrum von Aviation Gin.

Auch in Schottland ist die Lage angespannt. Die Gewerkschaft GMB Scotland warf Diageo im August vor, die Folgen des Stellenabbaus an den schottischen Brennereien nicht abzufedern und die Beschäftigten nicht einzubinden. An der Getreidebrennerei Cameronbridge wurden Streiks Anfang Oktober ausgesetzt.

Dass sich der Markt für limitierte Abfüllungen insgesamt abkühlt, beobachten auch Händler in Deutschland. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Spirituosenmarkt 2026.

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