Wer regelmäßig unseren Blog liest, weiß: Hendrik und ich sind große Rum-Liebhaber. Für uns gibt es beim Rum nicht die eine richtige Lehre, sondern wir schätzen die gesamte Vielfalt der Spirituose. Eine komplexe New-Yarmouth-Abfüllung in Fassstärke kann uns ebenso begeistern wie ein ungewöhnlicher Falernum, ein Agricole oder ein würziger Spiced Rum. Als wir das Angebot bekamen, einige Sorten der Marke Dead Man’s Fingers auszuprobieren, waren wir deshalb sofort neugierig.

Wir kannten die Spiced-Rums mit ihren ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen und dem auffälligen Design bereits aus Bars und Online-Shops, hatten uns jedoch noch nie näher damit beschäftigt. Wir haben für unseren Test drei Sorten ausgewählt – Kokosnuss (Coconut), Maracuja (Passionfruit) und Haselnuss (Hazelnut).

Der große Totenkopf auf der Flasche weckt bei mir zunächst unweigerlich Assoziationen an die Piratenmythen, die vielfach. für Rum-Designs bemüht werden. Captain Morgan lässt grüßen. Jedoch zeigt die Recherche, dass der Rum mit den legendären Freibeutern gar nichts zu tun hat.

Dead Man's Fingers Totenkopf
Der auffällige Totenkopf hat ausnahmsweise keinen Piraten-Background

Die Geschichte hinter Dead Man’s Fingers

Entwickelt wurde die Marke Dead Man’s Fingers im Fischlokal “Rum and Crab Shack” in St. Ives, Cornwall, einer Grafschaft an der rauen Südwestküste Englands in der Nähe von Plymouth. Die Krabben zählen hier zu den Spezialitäten des Hauses, und deren langen, fingerartigen Kiemen bezeichnet man als „Finger der Toten” (Dead Man’s Fingers). Denn sobald diese gegessen werden, stirbt man der Sage nach. Der auf der Flasche abgebildete Totenkopf gehört deshalb jenem Man, der als Letztes versucht haben soll, die Klauen der Krabbe zu essen. So will es zumindest der firmeneigene Mythos. Das ist natürlich Quatsch, allerdings sollen die Kiemen nicht gerade lecker sein, weshalb sie bei der Zubereitung entfernt und weggeworfen werden.

Die Macher wollten einen Rum kreieren, der allen Traditionen und Konventionen trotzt und sich vor allem zum Mixen von Cocktails eignet. Das dürfte wohl auch die knallbunten Flaschen erklären, die in jeder (Home)Bar die Blicke auf sich ziehen dürften. Klar ist: Für Rum-Nerds, die sich für Ester-Gehälter und Fass-Finishes interessieren, sind diese Sorten nicht interessant. Es sind Spaß-Rums für Partys, Festivals und schnelle Cocktails mit ungewöhnlichen Aromen von Ananas bis Hanf. Mit 37,5 Volumenprozent sind die Rums auch vergleichsweise schwachbrüstig unterwegs, was sie ebenfalls zum Einsatz mit Filltern und in Cocktails prädestiniert.

Zur Herstellung findet man nicht allzu viele Details. Karibische Destillate werden als Basis genutzt, der Melasse-Rum wird anschließend aromatisiert. Lest nun unsere Eindrücke und ein paar eigens entwickelte Rezepte.

Dead Mans Fingers Coconut Daiquiri
Daiquiri mit Dead Mans Fingers Coconut

Dead Man’s Fingers Coconut Rum

Rum und Kokosnuss – das ist einfach eine sichere Bank. Schon beim Öffnen der Flasche strömt einem der typische Kokosnuss-Duft entgegen, der direkt Lust auf sommerliche Cocktails macht. Der Dead Man’s Fingers Coconut Rum* selbst ist klar, auf der Zunge ist er weniger süß als erwartet – und das ist ausdrücklich als Lob gemeint. Manche Spiced-Rums sind so übersüßt, dass sie nur schwer im Drink zu bändigen sind. So viel sei an dieser Stelle bereits verraten: Diese Sorte ist mein Liebling der drei getesteten Varianten und schmeckt besser als das populäre Malibu.

Laut Herstellerangaben wird bei dieser Sorte venezolanischer Rum mit diversen Gewürzen und dem hauseigenen, selbst hergestellten Pedro Ximenez Speiseeis aromatisiert. Richtig, ein Eis aus Sherry! Zudem gibt es Noten von tropischen Früchten wie Mango. Die Kokosnuss wird infusioniert, heißt es.

Es handelt sich wie eingangs erwähnt um einen Mixing-Rum. Im Netz schwören viele auf die Kombination aus DMF Coconut und Cola, doch ich bin eher ein Cocktail-Fan. Anbei einige Drink-Empfehlungen mit dem Kokosnuss-Totenkopf:

Coconut Daiquiri

  • 50 ml Dead Man’s Fingers Coconut
  • 15 ml Kokosnusssirup
  • 20 ml frischer Limettensaft

Mit viel Eis etwa 15 Sekunden kräftig shaken und abseihen.

Kokosnuss Mojito

Zucker, frisch gepressten Limettensaft und Minzeblätter (vorher andrücken) in Glas und umrühren, damit sich die Zutaten auflösen. Rum dazugießen und mit grob zerstoßenem Eis und Soda auffüllen. Mit Minzstängel dekorieren.

Dead Man’s Bounty

  • 50 ml DMF Coconut*
  • 20 ml Dutch Cacao* (oder anderer weißer Kakaolikör)
  • 40 ml Sahne
  • 2 Dashes Kakaobitter
  • Schokolade als Deko

Alle Zutaten mit viel Eis kräftig shaken und in ein gekühltes Glas abseihen. Schokolade über den Cocktail raspeln.

Chilli Frostbite (Signature Cocktail, leicht adaptiert)

Der Drink wird im Glas gebaut. Alle Zutaten werden also einfach ins Glas gegeben und mit Eis aufgefüllt.

Dead Mans Fingers Passionfruit Rum Drink
Passionfruit-Rum eignet sich für Tiki-Drinks

Dead Man’s Fingers Passionfruit Rum

Unsere zweite Wahl fiel auf den Passionfruit-Rum. In der Nase hat man deutliche Maracuja-Noten, am Gaumen gesellt sich noch Maracuja und ein Hauch Vanille dazu. Eine gewisse Schärfe macht sofort klar, dass es sich hier nicht um einen geschmeidigen, übersüßen Passoa-Likör handelt.

Passionsfrucht, auch als Maracuja bekannt, ist eine klassische Tikizutat. Es lag also nahe, den Rum in diversen Tiki-Klassikern auszuprobieren. Und so konnte ich auch mal wieder einen meiner heißgeliebten Tiki-Mugs aus dem Schrank holen 🙂 Anfangs hatte ich mit dem Rum meine Schwierigkeiten, doch nach einigen Drinks gefällt er mir eigentlich ganz gut.

Passion Highball

Mai Tai

  • 40 ml Dunkler Rum
  • 20 ml DMF Passionfruit
  • 25 ml Limettensaft
  • 15 ml Triple Sec
  • 10 ml Zuckersirup
  • 5 ml Orgeat (oder Mandelsirup)

Pornstar Martini (Signature Serve von Dead Man’s Fingers)

  • 50 ml Dead Man’s Fingers Passionfruit Rum
  • 20 ml Passoa Likör*
  • 15 ml Vanillesirup
  • 20 ml Limettensaft
  • 50 ml Cremant oder Champagner
Dead Mans Fingers Hazelnut Rum Espresso Martini
Deadspresso Martini

Dead Man’s Fingers Hazelnut Rum

Haselnuss und Spiced Rum ist nicht die erste Kombination, die uns in den Sinn kommt. Genau deshalb wollten wir die Sorte probieren. Der Dead Man’s Fingers Hazelnut Rum* in der dunkelblauen Flasche basiert dem Hersteller zufolge auf dem originalen Spiced Rum und wird zusätzlich mit gerösteten Haselnüssen angereichert. Neben erdigen Nussnoten schmeckt man auch einen Hauch Kakao. Und auch hier scheint die Kombination mit Vanilla- oder Cherry-Coke ein Ding zu sein, wenn man diversen Kommentaren im Netz Glauben schenkt. Ich finde jedoch, das schreit geradezu nach einem Espresso Martini.

Deadspresso Martini

Als Basis nehme ich die Variante, die derzeit im Le Lion serviert wird, und adaptiere sie etwas.

  • 50 ml DMF Hazelnut
  • 10 ml Kaffee-Likör (ich wähle Mr. Black*, Borghettti ist auch eine gute, günstigere Wahl)
  • 20 ml Dutch Cacao
  • 1 frischer kräftiger Espresso

Mit viel Eis kräftig und lang shaken. Ins Glas gießen und mit Kaffeebohnen servieren. Je nach Vorliebe noch Tonka- oder Kaffeebohne darüberreiben.

Nutty Rum Old Fashioned (Signature Serve)

Kombiniere Rum, Sirup und Bitter in einem Rührglas mit viel Eis. Gut umrühren und dann über einen großen Eiswürfel in ein Glas abseihen. Mit einer Orangenschalenzeste garnieren.

Lest mehr zum Thema Rum:

Falernum-Rezept zum Selbermachen

Mount Gay Tasting – Der älteste Rum der Welt

Corn N‘ Oil – in den Himmel kommen, ohne zu sterben

Espresso Highball – ein ganz anderer Espresso Martini

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Old Fashioned

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