In Smaland, der Heimat von Pippi Langstrumpf und der strengen staatlichen Regulation von Alkohol, wurde 2019 die Lyden Distillery – nach einigen Jahren behördlichen Kampf um die Brennereilizenz – von Roger und Emil Lyden (Vater und Sohn) gegründet. Der Lyden Gin wird in kleinen Batches in Handarbeit hergestellt. Dafür nutzen sie auch Botanicals aus Smaland, um das Aroma ihrer Heimat einzufangen. Ganz besonders stolz sind die Hersteller auf ihre nahegelegen Wasserquelle in Ljungby. Diese liefere das ideale Wasser für ihren Gin, sagen sie.

Zur Zeit befinden sich vier Gins im Portfolio der Distillery. Der Dry Gin, den ich heute vorstellen möchte, dazu ein Pink Gin, ein etwas kräftigerer Navy Strenght Gin und eine gelagerte Variante. Der Navy Strength Gin ist der gleiche Gin wie der Dry Gin, nur eben mit 58 %vol. Die 30-Liter-Fässer der gelagerten Variante werden aus Smaland-Eiche hergestellt.

Lyden Distillery Dry Gin

Der Gin kommt in einer stilvollen 500ml-Flasche daher. Verschlossen ist er mit einem Kunststoffkorken mit Holzscheibe. Das Papierettikett ist frei von Effekthascherei. Hier geht es offensichtlich um den Inhalt, weniger um die Verpackung. Zumeist ist es in der Welt der unzähligen Gins andersherum.

Lyden Gin Etikett

Als Botanicals kommen Koriandersamen, Angelikawurzel, Zitronenschalen, Rosmarin und selbstverständlich Wacholder zum Einsatz. Als lokale Spezialitäten werden dem Gin noch Lingonbeeren und Holunderblüten hinzugefügt. 2020 hat der Gin eine IWSC Silbermedaile erhalten, in diesem Jahr bereits einen Nordic Spirits Award. Ich persönlich richte mich zwar nie nach solchen Auszeichnungen, wollte es aber erwähnt haben.

Erhältlich sind die Gins in den schwedischen Systembolagets. Die staatlichen Systembolagets sind in Schweden die einzige Möglichkeit, alkoholische Getränke über 3,5 % zu beziehen. Das Ziel der Regierung ist die Eindämmung des Alkoholkonsums der Bevölkerung. Auch ein Versand über den Webshop ist deswegen nicht möglich. Wie gut wir es in Deutschland doch haben!

Tasting

Geruch: Ich habe als Erstes eine leichte Kräuternote mit viel Frucht und floralen Noten in der Nase. Offensichtlich setzen sich hier die Smaland-Zutaten kräftig durch, ich würde gar nicht direkt an einen Gin denken. Das gefällt mir schonmal. Dann schiebt sich der Wacholder gepaart mit Zitronenzeste daneben. Die fruchtig-beerigen Noten bleiben aber dominant.

Geschmack: Im Geschmack setzt sich der Eindruck aus der Nase fort. Es wird zunächst beerig-floral mit einem Hauch von Kräuterbeet, dann kommt der Wacholder, Zeste und eine Pfeffernote dazu. Der Gin wirkt gut balanciert, der Alkohol ist extrem gut eingebunden. Ein wenig erinnert mich der Gin an den Hendrick’s Midsummer Solstice*. Schmeckt auch pur ganz lecker, etwas das ich bei Gin nicht so häufig empfinde.

Lyden Distillery Gin im Cocktail

Ich bin ja persönlich von der seit Jahren vorherrschenden Ginkultur ziemlich gelangweilt. Im Speziellen mit den Drinkempfehlungen der Hersteller. In gefühlt 99 Prozent der Fälle steht da „pur oder als Gin and Tonic*“. Unabhängig davon wie „Premium“ – und entsprechend teuer – der Gin auch ist. Dabei gibt es doch so unglaublich gute Cocktails mit Gin! Und Gin trinken doch wahrscheinlich auch eher die wenigsten vorrangig pur. Hier würde ich mir mehr Kreativität wünschen. Zumindest habe ich als Signature Drink für zum Beipiel einen Rum – außer beim Popcorn-Rum Cinecane* – noch nie Rum-Cola gelesen. Und der ist extra für diese Verbindung entwickelt worden.

Hier geht die Lyden Distillery zum Glück einen anderen Weg. Zum obligatorischen Gin & Tonic, in diesem Fall mit Rosmarin und Lingonbeere, wurde ein Cocktail-Klassiker angepasst und ein eigener Signature Cocktail entwickelt:

Bee’s Knees mit einer Prise Salz
  • 50ml Lydén Distillery Dry Gin
  • 30ml Zitronensaft
  • 25ml Honigwasser (1 Teil heißes Wasser auf 2 Teile Honig)
  • 1 kleine Prise Salz
  • Rosmarin zur Deko
Brynt Smör Rhabarber Sour
  • 50ml Butterwashed – Gin
  • 40ml Limettensaft
  • 30ml Rhabarbersirup
  • 10ml Triple Sec

Butterwashed Lydén Distillery Dry Gin

  1. 25 g Butter leicht bräunen, etwas abkühlen lassen und 100ml Lydén Distillery Dry Gin hinzufügen.
  2. Gut umrühren und in eine Plastikbox oder ähnliches gießen und etwa eine Stunde lang oder bis die Butter ausgehärtet ist in den Gefrierschrank stellen.
  3. Plastikbox aus der Kühlung nehmen und den Inhalt durch einen Kaffeefilter gießen. Die erstarrte Butter sollte nicht verwendet werden.

Cheers!

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