Was ist die beste Bar der Welt? Diese Frage stellen sich nicht nur Cocktail-Fans regelmäßig, sondern auch die Jury der „The World’s 50 Best Bars“. Jedes Jahr stimmen 650 Barbesitzer, Bartender und Bartenderinnen, Industrieveteranen und Cocktail-Experten über die Crème de la Crème der internationalen Barszene ab. Jedes Mitglied der Jury hat dabei sieben Stimmen für die besten Bars, die er oder sie in den vergangenen 18 Monaten besucht hat. Mehr zum Jury-System erfahrt ihr hier.

Um es in die Liste der besten Bars zu schaffen braucht es kreative Drinks, einen exzellenten Service und ein beeindruckendes Ambiente. Wenig überraschend sind die internationalen Hotspots London und New York in den Top 50 überproportional oft vertreten. Doch ganz oben im Ranking der besten Bars der Welt ist diesmal Barcelona.

Platz 20: Baba au Rum (Athen)

Das Baba au Rum existiert seit 14 Jahren in Athen, welches sich mittlerweile zu einer der Cocktail-Hauptstädte Europas entwickelt hat. Der Jury zufolge ist der „tadellose Geschmack des Managers und Besitzers Thanos Prunarus, dessen Liebe zu den modernistischen Bewegungen von Bauhaus, Dada und der Avantgarde in der Einrichtung und Sensibilität der Bar“ das Erfolgsgeheimnis der Bar. Hier spürt man tropisches Feeling, ohne den „Cabana-Kitsch“ zu spüren. Die Speisekarte (handgebunden!) sei ein absoluter Hingucker. Der Schwerpunkt der Bar liegt auf Rum mit mehr als 400 verschiedenen Abfüllungen – und ich denke mir gerade: Wann geht der nächste Flieger nach Athen?

Platz 19: The Clumsies (Athen)

Und wir bleiben in der griechischen Hauptstadt, auf Platz 19 landet das The Clumsies. In der Athener Bar steht der Spaß im Mittelpunkt: Die Bar erstreckt sich über drei Etagen und bietet jede Menge Platz für Menschen, die gerne auch mal das Tanzbein schwingen. Hier vereinen sich exzellente Cocktail, tolles Essen und die legendäre griechische Gastfreundschaft, so die Jury. Das Beste: The Clumsies hat ganztägig geöffnet.

Platz 18: Florería Atlántico (Buenos Aires)

Speakeasy-Style ist nach wie vor in Mode, und das gilt auch für das Florería Atlántico in den Docks der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Wer seinen Abend in der Bar verbringen möchte, muss zunächst durch einen Blumenladen gehen. Auch das Konzept ist einzigartig. Während sich viele Bars international immer weiter angleichen, hat das Florería Atlántico – das 2023 sein zehnjähriges Jubiläum feiert – seine eigene Handschrift entwickelt. Die Bar ist eine Ode an das Land, dessen Produkte und Menschen, von denen viele ihre Wurzeln in der „alten Welt“ haben. Hier verschmelzen die Einflüsse amerikanischer Bartender, die Spirituosen aus Ländern wie Großbritannien (Gin) und den Niederlanden (Genever), die Weine und Amaris der Italiener, Spanier und Franzosen und Zutaten aus dem eigenen Land. Ein großartiges Konzept, weshalb die Bar immer wieder in den Top 20 landet.

Coa Bar in Hongkong
Die Coa Bar in Hongkong

Platz 17: Coa (Hongkong)

Benannt ist das Coa in Hongkong nach einem Werkzeug, welches zur Ernte von Agaven verwendet wird. Agaven, Hongkong – wie passt das zusammen? Inhaber Jay Khan wurde für seine Bar von seinen Reisen nach Mexiko inspiriert. Das Coa ist dementsprechend eine Hommage an den mexikanischen Lifestyle und seine Spirituosen. In den Regalen finden sich Tequila, Mezcal, Raicilla, Sotol, Bacanora, Charanda und verschiedene Pechuga Mezcal. Insgesamt erstreckt sich die Sammlung über fast 200 Flaschen. Beeindruckend! Die Spirituosen können natürlich nicht nur pur verkostet werden, sondern in großartigen Cocktails. Der Dauerbrenner ist La Paloma de Oaxaca – ein Mix aus Tequila blanco, Mezcal Espadin, Limettensaft und Grapefruit-Soda mit einem Wermutsalzrand.

Platz 16: Drink Kong (Rom)

Wer das Drink Kong in Rom aufsucht, werde vermutlich überrascht, so die Jury. Der Ort sei ein „Amalgam aus 70er-Jahre-Futurismus, King Kong und japanischen Einflüssen“, alles angeordnet „in einem umlaufenden Raum mit schwarzem Nachtclub-Dekor, das nur durch Neonlicht beleuchtet wird.“ Das ungewöhnliche Ambiente scheint zu gefallen, die Bar ist gut besucht, sowohl von Einheimischen wie Touristen. Hinter der Bar steckt Patrick Pistolesi, der seine Vision konsequent weiterentwickelt. „Nimmt man alles zusammen – das Dekor, die Atmosphäre und die Getränke -, dann gibt es in der Welt der Bars nichts Vergleichbares wie das Drink Kong“, lautet das Fazit. Von der Bar wird man sicherlich noch einiges hören.

Platz 15: Salmon Guru (Madrid)

Und weiter geht es nach Spanien, genauer gesagt nach Madrid. 2016 eröffnete Diego Cabrera das Salmon Guru und er traf sofort einen Nerv. Die Einrichtung sei einzigartig m“it seinem faszinierenden Dialog zwischen den klassischen Holz- und Kupferelementen und der von Comics inspirierten Kunst oder kitschigen Vorhängen“. Die Drinks sind ungewöhnlich, so reiften einige von ihnen in Salzwasser. Ebenso kreativ sind die Trinkgefäße, Cocktails werden schon einmal in auffälligen Drachenbechern. Der Service sei ebenfalls auf Top-Niveau.

Platz 14: BKK Social Club (Bangkok)

Bangkok hat exzellente Bars zu bieten, wie ich vor einigen Jahren selbst feststellte. Das neueste Kind der Stadt ist der BKK Social Club. Der Club befindet sich im Four Seasons Chao Phraya und lockt mit einer atemberaubenden 4 Meter hohen Bar. Entwickelt wurde das Getränkemenü von niemand Geringerem als Philip Bischoff. Seine Philosophie sind die drei P’s: „people in the right place equals a party“, also „Menschen am richtigen Ort sind gleich eine Party“. Dementsprechend steht das gesellige Miteinander im Zentrum. Die Drinks sind südamerikanisch inspiriert (die Empfehlung der Jury ist Evita), im Außenbereich gibt es eine Zigarrenlounge. Das Konzept überzeugt die Jury so sehr, dass der BKK Social Club mit dem London Essence Award für die beste Neueröffnung im Jahr 2022 ausgezeichnet wurde. Wir gratulieren!

Platz 13: Hanky Panky (Mexiko-Stadt)

Gestartet als kleine Speakeasy-Bar für Freunde entwickelte sich das Hanky Panky in Mexiko-Stadt zum internationalen Bar-Hotspot. Bis heute liegt sie jedoch eher versteckt hinter einem Straßenimbiss. Die aktuelle karte trägt den Titel „Passport“, also „Pass“, und sei „eine Hommage an die Beziehungen, die auf den Reisen des Teams entstanden sind, mit Getränken und Zutaten, die von verschiedenen Städten und Begegnungen inspiriert sind“. Man könne am Tresen durch die ganze Welt reisen, ohne einen Schritt gehen zu müssen – Schluck für Schluck.

Jigger & Pony Bar in Singapur
Das Jigger & Pony in Singapur

Platz 12: Jigger & Pony (Singapur)

Das Jigger & Pony zählt längst zu den etablierten Bars in Singapur und entwickelt sich dennoch ständig weiter. Den Laden führt das Ehepaar Indra Kantono und Gan Guoyi, das 2012 mit einer Bar begann und mittlerweile drei Bars und drei Restaurants betreibt. Die COVID-Pandemie haben sie nicht nur überstanden, sondern auch zum Ausbau des Geschäftes genutzt: Mittlerweile vertreiben sie die PONY-Cocktails in Flaschen. Die Cocktailempfehlung für das Jigger & Pony ist der Jury zufolge die Madame President.

Platz 11: Handshake Speakeasy (Mexiko-Stadt)

Das Handshake Speakeasy in Mexiko-Stadt sieht aus wie ein Hollywood-Film der 1920er: Tiefschwarzes, messingfarbenes Interieur, dazu Cocktail-Klassiker, die auf alten Spirituosen basieren. Und alt ist hier wörtlich zu nehmen: Hier gibt man schon einmal einen jahrhundertealten Amaro in einen Hanky Panky. Die kreative Leitung der Bar liegt beim Niederländer Eric Van Beek. Derzeit stehen Drinks auf der Karte wie ein Old Fashioned mit brauner Butter und Pilzen.

Platz 10: Alquímico (Cartagena)

Mehr als eine Bar – das ist das Motto des Alquímico. Nicht nur, weil jede der drei Etagen in dem einst verfallenen Herrenhaus einen eigenen Stil hat. Vor allem weil Miteigentümer Jean Trinh 2019 eine Farm in der kolumbianischen Kaffeeregion, 900 km südlich in Finalandia, gekauft hat. Die Farm wird nach Permakultur-Prinzipien betrieben und versorgt das Team der Bar mit den meisten Produkten, die für die Herstellung der ungewöhnlichen hauseigenen Zutaten benötigt werden, etwa Pinienextrakt oder der Zitrussaft, der in den Gimlet kommt. Am schönsten trinkt es sich auf der tollen Dachterrasse.

Platz 9: Katana Kitten (New York)

Das Katana Kitten in New York zählt seit Jahren zu den Places to Be. Unterirdisch gelegen taucht man mit wenigen Schritten von den hektischen Straßen New Yorks in eine japanische 80er-Jahre-Party ein. Der asiatische Einfluss zeigt sich überall: In Highballs wie der Slowpitch Paloma (Tequila, Pocari Sweat, Thai Chili, Limettenschale) oder japanischen Abwandlungen von Klassikern wie der Hinoki Martini (Wodka, Gin, Fino Sherry, Junmai Daiginjo und Hinoki-Baumextrakt).

Platz 8: Connaught Bar (London)

Die Connaught Bar war vor einigen Jahren noch auf Platz 1, 2022 liegt sie „nur noch“ auf Platz 8. Doch wer seit so vielen Jahren in den Top 10 landet, macht einfach sehr viel richtig. Seit nunmehr 15 Jahren sei die Connaught Bar die Messlatte für Londoner Hotelbars, so die Jury. Das Team um Agostino Perrone, Giorgio Bargiani und Maura Milia hat ein unglaubliches Händchen und weiß, wann es moderne Einflüsse in klassische Drinks geben kann, ohne es zu übertreiben. Die Optik der Drinks ist auffällig und elegant, ohne ins Protzige zu kippen. Ein Highlight ist der Cloud Nine mit Bourbon, Orangenwermut, Pistazie, Himbeere und schäumenden Bitters: Von oben betrachtet, erweckt er den Eindruck, auf wirbelnde Wolken zu blicken. „Und es versteht sich von selbst, dass der charakteristische Martini, der aus einem maßgeschneiderten Wagen serviert wird, der erste Drink ist, den man unbedingt bestellen sollte.“ Dem können wir nichts hinzufügen!

Platz 7: Two Schmucks (Barcelona)

Punk-Vibes, respektloser Charme und exzellente Drinks – für diese Kombination steht das Two Schmucks in Barcelonas historischem El Raval. Hinter der neuen Karte steckt die ehemalige Köchin der Bar, Juliette Larrouy, dementsprechend haben die Getränke einen kulinarischen Ansatz verliehen bekommen. Einige haben einen herzhaften Touch verliehen bekommen, aber die Publikumslieblinge von früher, wie der Clean Cut Mojito, sind immer noch auf der Karte zu finden. „Die Summe all dessen ist das Beste aus zwei Welten – eine Bar, die es mit ihren Drinks und ihrem Service ernst meint, aber sonst nicht viel“.

Angebot

Platz 6: Double Chicken Please (New York)

Freiliegende Ziegel, Glühbirnen und makellos gestylten Einrichtungsgegenstände – das Double Schicken Please in New York ist der Inbegriff von New York. Das titelgebende Hühnersandwich wird natürlich ebenso serviert wie Cocktails vom Fass wie dem #1 (Tequila, weiße Preiselbeere, Lavendel, Kakao, Amaro). Das Konzept der Bar ist es, feste Lebensmittel in flüssiger Form zu präsentieren. Zwei Beispiele gefällig? Bitteschön: Mango Sticky Rice (Mango-Rum, klebriger Reis, Pu’erh-Tee, Wakame, kalt gebrühte Kokosnuss) und Cold Pizza (Parmigiano Reggiano, verbrannter Toast, Tomate, Basilikumhonig, Eiweiß).

Platz 5: Little Red Door (Paris)

Die namensgebenden rote Tür ist der Einlass in eine der besten Bars Frankreichs. Seit einem Jahrzehnt ist das Little Red Door beinahe ununterbrochen in den The World’s 50 Best Bars vertreten. „Little Red Door hat nie aufgehört, die Konventionen rund um Cocktails und die Art und Weise, wie sie den Gästen vermittelt werden, zu hinterfragen“, lobt die Jury. Die kreativen Köpfe der Bar sind derzeit Alex Francis und Barney O’Kane. Eine Besonderheit ist das „Farm-to-Glass“-Modell: Das Little Red Door setzt auf „saisonale Zutaten und deren Erzeuger und stellt die Produkte in den Mittelpunkt des Bar-Erlebnisses – und des Dekors, denn die Wände sind nun mit den Porträts der Erzeuger geschmückt. Erwarten Sie also Drinks mit einfachen Namen wie Carrot (Karotte), hinter denen sich aber ein wahres Geschmackswunder verbirgt“. Für das konsequente Konzept gab es den Ketel One Sustainable Bar Award 2022.

Platz 4: Licorería Limantour (Mexiko-Stadt)

Die Licorería Limantour ist seit 2014 auf der Liste der besten Bars der Welt und eine Institution der Cocktailszene. „Es ist die Art von Bar, die alles richtig macht: jeden Tag in der Woche voll, mit effizientem Service, erstklassigen Drinks und einer berauschenden Atmosphäre“. Geleitet wird die Spitzen-Bar von Benjamin Padrón und dem kreativen Querdenker José Luis Leon.

Platz 3: Sips (Barcelona)

Mit einer Inselbar in der Mitte und legendären Barkeepern wie Simone Caporale und Marc Alvarez an den Shaker wird Spektakel im Sips in Barcelona großgeschrieben. Bei den Cocktails landen neu interpretierte Klassiker auf dem Tisch, etwa einer Caipirinha, die mit einem Kauapparat zubereitet wird, um die Bitterkeit abzurunden. Für Naschkatzen gibt es Backwaren und Torten einer Michelin-Stern ausgezeichneten Konditorin, die jeden Montagmorgen ihre Kreationen vor die Tür des Sips stellt

Platz 2: Tayēr + Elementary (London)

2019 öffneten Monica Berg und Alex Kratena das Tayēr + Elementary in London. Und die Spirituosenwelt war verzückt: „Jedes Element der Cocktailbar wurde neu konzipiert, vom Design bis hin zum Service und der Zubereitung der Getränke.“ Die Bar ist zweigeteilt: Elementary ist ein industriell gestalteter Raum am Straßenrand, für schnellen Drinks an einem langen Gemeinschaftstisch. Die Drinks werden nicht kompliziert in Szene gesetzt, der Fokus liegt allein auf dem Geschmack. Das Tayēr hingegen verfolgt einen kulinarischen Ansatz. Hier werden weniger bekannte Zutaten mit komplizierten Hightech-Geräten die Aromen entlockt, um sie zu neuen Geschmackserlebnissen zu kombinieren.

Paradiso Bar in Barcelona
Der Tresen der Paradiso Bar in Barcelona

Platz 1: Paradiso (Barcelona)

Die Goldmedaille der besten Bars der Welt geht 2022 an das Paradiso in Barcelona. In die Bar kommt man durch die Kühlschranktür eines Pastramiladens. „Sobald Sie die Bar betreten, gibt es immer wieder neue Überraschungen, angefangen beim Supercool Martini, bei dem ein „unterkühlter“ Gin-Mix verwendet wird, um einen Eisberg im Glas zu bilden“, schreibt die Jury der World 50 Best Bar. Immer wieder prägt ein Motto die Karte der Bar: Nach Magie und Weltraum in den vergangenen Jahren geht es nun um nicht Weniger als die Evolution der Menschheit. Insgesamt 15 neue Cocktails sind auf der Karte gelandet. Empfehlung der Jury ist der Fleming, benannt nach dem Entdecker des Antibiotikums Penicillin, wo es um Fermentierung mit einem Pilzsporenrand geht. „Für mehr ästhetische Dramatik sorgt On Fire, ein Milkpunch-Cocktail mit Bourbon, Oloroso Sherry, Tahini, Süßkartoffeln und geräucherter Milch. Der Cocktail wird in einer durchsichtigen, runden Schale serviert, mit Garnierungen, die im Paradiso-Labor kreiert wurden, um die am Feuer sitzenden Vorfahren der Menschheit darzustellen, und mit Hilfe eines Lasers wird eine Flamme erzeugt, die den Jerez-Wein raucht.“ Klingt nach einem verdienten ersten Platz! Glückwunsch an das Paradiso, die neue beste Bar der Welt!

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