Der RumTreiber Falkensee ist eine Institution in der Rumwelt. Das Spirituosengeschäft hat sich in den vergangenen Jahren eine treue Fanbasis aufgebaut. Vor Ort können Rums für kleines Geld, aber auch seltene Single-Cask-Abfüllungen erworben werden. Mittlerweile gibt es mehr als 100 Tastings und einen Onlineshop. Nun kam mit der Marke Noah in Zusammenarbeit mit Nicolas Kröger (Wagemut), den er seit 10 Jahren kennt, eine eigene Marke mit 2 Produkten auf den Markt. Der nächste logische Schritt wurde also vollzogen.

Auf dem German Rum Festival haben wir beide Produkte gekostet. Obwohl wir zunächst von den reinen Rahmendaten nicht so angesprochen wurden, erlebten wir eine positive Überraschung. Am Ende wanderte sogar eine Abfüllung in die Heimbar.

Wie entstand der Name Noah?

Hinter dem Namen Noah stecken die jeweils letzten Buchstaben der Familienmitglieder: Julian, Enrico, Andrea und Sarah. Es sollte also die gesamte Familie in diesem Projekt verewigt werden und die Persönlichkeit der Familie weitergegeben werden. Neben den beiden Noah-Produkten kam zeitgleich noch ein Einzelass mit barbadischen Rum auf den Markt. Diesen Rum haben wir bislang nicht gekostet.

Noah Elixir

Beim Elixir handelt es sich um einen neunjährigen Rum aus Belize, der mit einem französischen Dessertwein geblendet wird. Der Wein ähnelt einem Sherry bzw. Portwein und kommt aus der Region Banyuls-Ser-Mer. Für diese sehr speziellen Süßwein trocknet die Weintraube noch am Rebstock, um den hohen Zuckergehalt zu erzeugen. Aufgrund des hohen Zuckergehalts im Wein wird dem Elixir auch kein Zucker mehr hinzugefügt. Zum genauen Zuckergehalt konnte uns keine Aussage gegeben werden, da diese nicht bestimmt wurde.

Das Wort Elixir im Namen verrät jedoch auch schon, dass es sich nach der EU-Verordnung nicht mehr um einen Rum handelt, sondern um einen Rum based Liquer, auch wenn die Mindestmenge von 100g Zucker pro Liter laut Enrico Hübner nicht erreicht werde. Das Elixier hat einen Alkoholgehalt von 35% und ist fast schwarz, und das ohne zusätzliche Farbe, wie man uns versicherte. Die zugegebene Weinmenge ist also sehr hoch. Eine Flasche mit 700 Millilitern kostet UVP 29.90€.

Noah Elixier

Aromatisch bringt das Noah Elixir typische Weinaromen mit, die allerdings eher an Rosinen als an Trauben erinnern. Noten von jungem Holz und eine ganz dezente Würzigkeit ist noch durch den Rum vorhanden. Ansonsten wird die Rumaromatik vom Wein überlagert bzw. assistiert den Wein. Die Süße ist selbstverständlich spürbar, erschlägt uns aber nicht. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass der Zuckergehalt noch unter 100g pro Liter ist. Das Mundgefühl ist cremig und voll, Alkohol ist kaum wahrzunehmen.

Das Noah Elixir ist eine spannende Mixzutat, eignet sich aber auch als Digestif. Enrico empfiehlt uns das Elixir in einem Rye Boston Sour als Float zu testen, das können wir uns auch sehr gut vorstellen. Wir werden ihn ganz traditionell demnächst in einer Mulata kosten.

-76 von 100-

RumX

Noah Pure

Der Noah Pure ist das puristische Gegenstück zum Elixir. Ein 14-jähriger tropisch gelagerter Belize Rum wurde ohne Zucker und Zusätze ein einem ehemaligen Banyul Fass für drei Monate gefinished. Das weiße Etikett soll laut Enrico auch die „weiße Weste“ des Rums darstellen. Man muss generell sagen, dass mir das Layout der Etiketten sehr gut gefällt und einen äußerst edlen Eindruck vermittelt. Der Rum kommt verdünnt mit 43,7% in die Flasche.

Der Geschmack des Rums ist natürlich mit dem des Elixirs nicht vergleichbar. Im Geruch setzen sich die würzigen Aromen, Fassaromen, leichte Vanille und ganz dezente Kokosaromen des Belize-Rums durch, nur im Hintergrund finde ich auch die vom Elixir bekannte Rosinennote. Am Gaumen kommt dann aber auch die Süße aus dem Banyul-Fass mit auf die Zunge bzw. setzen sich die Rosinen-Aromen mehr in Szene. Jedoch keinesfalls zu dominant.

Das Finish macht den Rum extrem gut trinkkbar und noch ein Stück komplexer. Ich mag die Abfüllungen aus Belize in der Regel sehr, und so gefällt mir auch dieser Rum – trotz der verringerten ABV – sehr. Das Mundgefühl ist fast schon etwas samtig und der Alkohol ist sehr gut eingebunden. Ideal für Einsteiger in die Rumwelt und ein Rum für jeden Tag.

-77 von 100-

Cheers!

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