Redet man über Tiki-Drinks, ist schnell vom Mai Tai die Rede oder vom Jungle Bird. Sie alle sind süß, fruchtig und haben jede Menge Wumms. Der Missionary’s Downfall dagegen ist meist selbst routinierten Barbesuchern kein Begriff. Schade eigentlich. Denn der Drink ist kräftiger als eine Pina Colada und gefälliger als ein Zombie und damit gewissermaßen der Sweet Spot der Tiki-Kultur. Ich gehe sogar so weit und sage: Der Missionary’s Downfall ist ein Must-Have-Drink, den jeder Barliebhaber probiert haben sollte.

Denn der Missionary’s Downfall macht geschmacklich einiges anders. Die Basis ist, na klar, Rum. Die sonst bei Tiki-Drinks beliebte Kokoscreme wird jedoch durch Pfirsischlikör ersetzt. In den meisten Bars ist DeKuyper Peachtree* die Spirituose der Wahl. Gut geeignete Rum-Sorten sind der Planas von Botucal*, Plantation 3 Stars* oder Bacardi Superior mit 44,5 Vol%* – alle drei halten sich auch preislich im Rahmen.

In der einschlägigen Literatur fällt auf, dass die Rezepturen stark voneinander abweichen. Der Hamburger Barbesitzer Uwe Christiansen („Mixed Emotions„*) mixt seinen Missionary’s Downfall mit 30 ml Limetten-, aber ohne Ananassaft. Shannon Mustipher, US-Bartender und Autor des Buchs “Tiki – Modern Tropical Cocktails”*, schwört dagegen auf 45 ml Ananassaft und 15 ml Limettensaft.

Rezept für Missionary’s Downfall:

  • 40 ml Rum
  • 15 ml Apricot Brandy / Pfirsichlikör
  • 10 ml Zucker- oder Honigsirup (wer es würziger mag, kann diesen mit Zimt versetzen)
  • 15 ml Ananassaft
  • 15 ml Limettensaft
  • 10 bis 15 frische Minzzweige

Alle Zutaten mit Crushed Ice durch den Mixer laufen lassen und anschließend ins Glas geben. Großzügig mit Minzstängeln und einer Ananasscheibe garnieren und mit Strohhalm servieren. Wer keinen Mixer besitzt, kann aber auch einen Shaker verwenden und den Drink strainen. Aus eigener Erfahrung können wir sagen: Schmeckt ebenfalls vorzüglich.

Tipp: Verwendet statt normalem Zuckersirup besser Honig, dieser verleiht dem Drink mehr Komplexität. Reiner Honig lässt sich jedoch schlecht im kalten Drink verarbeiten. Verrührt den Honig deshalb vorab im Verhältnis 1:2 mit heißem Wasser (“Runny Honey”).

Tipp 2: Wer es kräftiger mag, kann den Ananassaft (oder einen Teil davon) durch den Stiggins Fancy von Plantation ersetzen, einem dunklen Rum mit Ananasaromen. Yummy.

Missionary's Downfall von oben
Der Missionary’s Downfall von oben. Der Drink wird klassisch mit einem Strohhalm serviert

Aufstieg, Fall und Wiedergeburt der Tiki-Kultur

Erfunden wurde der Missionary’s Downfall übrigens vor knapp 70 Jahren von Raymond Beaumont Gantt, besser bekannt als Donn Beach. Er gilt als Vater der Tiki-Szene und eröffnete unmittelbar nach dem Ende der Prohibition 1933 seine erste Bar im kalifornischen Huntington Beach. 1937 musste die Lokalität umziehen und wurde zum legendären “Don the Beachcomber”, welcher der polynesischen Kultur huldigte. Sein Markenzeichen waren kräftige Rum-Drinks mit üppiger Dekoration, die er selbst als “Rhum Rhapsodies” bezeichnete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tiki-Kultur zu einem landesweiten Phänomen, als die in der Südsee stationierten US-Soldaten die dortigen Gepflogenheit mit in ihre Heimat brachten. Der Höhepunkt wurde mit dem Beitritt Hawaiis als 50. Bundesstaat der USA im Jahr 1959 erreicht. Danach ebbte der Trend ab und erlebte erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten an der US-amerikanischen Westküste ein Comeback. Vor allem San Francisco gilt mit stilprägenden Bars wie dem “Last Rites” und “Smugglers Cove” als Epizentrum der Tiki-Szene.

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Missionary’s Downfall mit Tequila

Eine interessante Abwandlung des Missionary’s Downfall entdeckte ich neulich im Cocktail Lab von Patron. Er basiert auf Tequila statt Rum. Das Rezept geht so:

  • 30 ml Patron Silver Tequila*
  • 30 ml Agavensirup
  • 15 ml Peach Brandy
  • 15 ml Limettensaft
  • 60 ml gewürfelte frische Ananas
  • 60 ml frische Minzblätter

Alle Zutaten bei hoher Geschwindigkeit für 20 Sekunden im Mixer mixen. In Cocktailglas füllen und mit Minzzweig garnieren.

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Der La Mancha Roja mit Patron Tequila

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