Wer in der Rum-Szene unterwegs ist, hier und da mal in einem Forum oder einer Facebook-Gruppe mitliest oder sich durch die Portale der gängigen Fachhändler klickt, der dürfte über kurz oder lang auf den Namen Rum Artesanal stoßen. Hinter dieser Marke steht wiederum die niedersächsische Spirituosenmanfaktur Heinz Eggert, die seit 1948 im Heideort Bad Bevensen Spirituosen produziert und vertreibt. Mit Rum Artesanal hat man sich zum Ziel gesetzt, exklusive, exotische Rums zu erschaffen. Meist entstehen dabei streng limitierte Abfüllungen, von denen es nur wenige hundert Flaschen gibt. Gelegentlich richtet man sich aber auch an die Breite der Rum-Liebhaber. So auch beim neuen Burke’s Seamaster.

Burke’s – bei diesem Name schwingt viel Geschichte und auch etwas Mythos mit. Die Marke wurde 1878 als Burke & Brother Limited in Kingston, Jamaika als unabhängiger Abfüller gegründet. Seit 1984 gehört sie zum Portfolio der Firmen Rum Albrecht/Heinz Eggert. Vor einigen Jahren erschien bereits ein Burke’s Rum, der ein reiner Jamaikaner mit erbarmungslosen 75 %vol war. Der war nichts für den Mainstream, wurde aber von der Rum-Szene goutiert. Grund genug für Dominik Marwede, dem innovativen Kopf hinter Rum Artesanal, die Marke in veränderter Form wiederzubeleben. Im vergangenen Jahr feierte das Label mit dem Burke’s White Single Blended Rum sein Comeback. Wir lieben diesen Rum und waren deshalb umso gespannter, als mit dem Seamaster nun die nächste Variante vorgestellt wurde.

Rum Artesanal – Burke’s Seamaster

Der Rum Artesanal – Burke’s Seamaster ist ein Blend von jamaikanischen High Ester Rum (700 g/HLPA) und Barbados Rum. Die Destillation erfolgte sowohl in Column Stills als auch in Pot Stills. Die Reifung erfolgte für 11 (Jamaika) und 8 Jahre (Barbados) in Ex-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Eiche. Der Barbados-Anteil lagerte dabei die komplette Zeit auf der Insel, während der Jamaika-Rum kontinental in Europa gereift ist. Der Rum wurde mit 50 %vol. wie immer bei Rum Artesanal ohne zusätzliche Aromen, Farbstoffe oder Zucker abgefüllt. Der Preis beträgt um die 50 Euro für 0,7 Liter.

Das Ziel von Domink Marwede war es, mit dem Seamaster einen Rum zu kreieren, der für das „all day drinking“ perfekt geeignet ist. Und der sich trotzdem von der breiten Masse der Süßrums abgrenzt.

Burke's Seamaster im Glas

Tasting Burke’s Seamaster

In der Nase gefällt mir dieser Rum schonmal sehr gut. Ich nehme als Erstes den würzigen Barbadosanteil wahr, erst dann fruchtige Esternoten. Der Rum wirkt bereits in der Nase wahnsinnig rund und harmonisch. Alkoholische Noten kann ich kaum wahrnehmen, dafür eine zarte Süße und sehr schön balancierte Holznoten. Das macht direkt Lust auf mehr.

Im Mund meldet sich wieder zuerst der Barbados-Anteil zu Wort, dann gesellen sich nach und nach diese einzigartige Süße und eine ganze Ladung Gewürze hinzu. Allmählich schieben sich dann auch fruchtige Esternoten mit überreifer Banane und ein wenig Ananas dazwischen. Das Alles wird von weiteren Vanille- und Holznoten umspielt. Der Rum wirkt auch am Gaumen sehr rund und perfekt balanciert. Der Alkohol ist elegant eingebunden, der Abgang würzig und lang anhaltend. Eine Punktlandung.

Kräftig, süß und würzig – beim Burke’s Seamaster stimmt alles. Dominik Marwede hat sein selbst gesetztes Ziel meiner Meinung nach erreicht. Diesen Rum kann man bedenkenlos empfehlen oder verschenken. Er schmeckt pur, ich kann mir diesen Rum aber auch ausgezeichnet in verschiedenen Cocktails vorstellen. Einen Mai Tai und einen Corn’n Oil werde ich damit in Kürze definitiv einmal ausprobieren!

Wir werden in nächster Zeit aber auch so noch etwas intensiver mit dem Burke’s Seamaster und seinem klaren Verwandten herumexperimentieren. Denn Rum Artesanal hat pünktlich zum Release die „Burke´s Homebar Cocktail Competition 2021“ gestartet. Gesucht werden Drinks in drei Kategorien – Cocktail, Tiki und Highball. Wir werden natürlich auch unser Glück probieren und haben schon einmal jede Menge Eis für das Probemixen im Tiefkühler verstaut. Vor allem aber sind wir auf die Siegerrezepte gespannt. Wer Interesse hat, hier findet ihr weitere infos zur Cocktail-Challenge – und viel Glück!

Cheers!

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