Bei Rosmarin denke ich immer als erstes an Kartoffeln und die mediterrane Küche. Rosmarin ist aber eine ebenso gute Cocktailzutat. Sei es direkt als Kraut oder in Form von Sirup. Als Destillat habe ich Rosmarin noch nicht probiert, kann mir aber vorstellen, das Rosmarin ganz hervorrragend in einem Geist funktioniert. Ich habe mich an einen Rosmarinsirup gewagt. Jetzt im Herbst ist davon sehr viel im Garten unserer Mutter gewachsen und wartet geradezu auf Experimente.

Rosmarin – kleine Pflanzenkunde

Der mit ledrigen Nadeln bewachsene Strauch hat seinen Ursprung im Mittelmeerraum, Dalmatien und zum Teil dem Schwarzmeerraum. Heute wird Rosmarin in ganz Europa kultiviert. Verwendung findet er als Heil- und Brauchtumspflanze schon seit der Antike. Als Lippenblütler ist er mit Salbei, Thymian und Lavendel sehr nah verwandt. Aufgrund der weiten Verbreitung haben sich im Laufe der Zeit 3 verschiedene Chemotypen entwickelt. Man spricht heute von den Typen Cineol (Spanien), Campher (Marokko) und Verbenon (Korsika). Jeder Chemotyp unterschiedet sich in seinen feinen Aromenzusammensetzungen voneinander und schmeckt dadurch immer etwas anders.

Geschmacklich erinnert er an eine harzige und leicht bittere, hocharomatische Mischung aus Kampfer und Eukalyptus mit ein wenig Weihrauch. 2011 war er, aufgrund seines breiten Wirkspektrums, die Heilpflanze des Jahres. Rosmarin enthält je nach Region bis zu 2,5% ätherische Öle und Terpene (zum Beispiel Campher) und 8% bittere Gerbstoffe. Die meisten Inhaltsstoffe sind wasserlöslich und dadurch sehr gut in einem Sirup löslich.

Rosmarin war Bestandteil des „Ungarischen Wassers“, eines der ersten Parfümmischungen aus Alkohol und ätherischen Ölen. Auch Kölnisch Wasser enthält einen großen Anteil an Rosmarinöl.

Rosmarinsirup – das Rezept

Zutaten

  • 25 g frische Rosmarinnadeln
  • 0,5 – 1 Limette in Scheiben
  • 200 g Zucker (ich nehme einen Mix aus Rohrohrzucker und weißem Zucker)
  • 200 ml Wasser

Zubereitung

  1. Rosmarinnadeln, Limettenscheiben, Wasser und Zucker in einen Topf geben
  2. Langsam erhitzen bis sich der Zucker unter ständigen Rühren gelöst hat
  3. Bei leichter Hitze 20 Minuten zugedeckt köcheln lassen
  4. Herd abschalten und weitere 90 Minuten zugedeckt ziehen lassen
  5. Zum Schluss Sirup in eine sterilisierte Flasche filtern

Der Sirup sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Durch die Limettensäure, die enthaltenen Gerbstoffe und den Zucker hat der Sirup eine Haltbarkeit von 8 – 12 Wochen. Mit einer Erhöhung der Zuckermenge oder einer Zugabe einer kleinen Menge Neutralalkohol kann man die Haltbarkeit noch weiter steigern.

Stormy Weather Old Fashioned

Diesen Drink habe ich beim Stöbern auf Instagram bei antisocialpotions entdeckt. Die Basisspirituose wird bei diesem Old Fashioned gesplittet, es kommen Rum und Mezcal zum Einsatz. Im Original-Rezept Botucal Reserva Exclusiva und Del Maguey Mezcal. Ich habe allerding nur den Mezcal Local im Schrank, also kommt bei mir dieser Mezcal zum Einsatz. Als Zuckerquelle wird Rosmarinsirup verwendet und das Ganze mit Tikibittern abgerundet. Wir nutzen dafür unsere selbst hergestellten Falernumbitter. Der Cocktail verfügt über würzige, rauchige und süße Kräuternoten. Der perfekte Herbstdrink an einem stürmigen und verregneten Tag vor dem Kamin.

Stormy Weather Old Fashioned

Zutaten

Zubereitung

  1. Alle Zutaten auf Eis kalt rühren
  2. Auf einen großen Eiswürfel oder Kugel abseihen
  3. Zitronenzeste über den Cocktail auspressen und mit in den Drink geben
  4. Optional einen Rosmarinzweig hinzu geben

Cheers!

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Old Fashioned

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