Der Godfather ist ein simpler Zweiteiler-Cocktail, der es trotzdem zu einem internationalen Bar-Klassiker geschafft hat. Gerade durch seine Einfachheit bietet er Spielraum für Kreativität und interessante Twists. Dieser Cocktail ist ein klassischer Dessertdrink, der hervorragend auch zu Kuchen oder Tiramisu passt. Oder auch als kräftiger Schlummertrunk dienen kann. Die schwere Süße und ausgeprägte Aromatik des Amaretto wird vom kräftigen Whisky aufgefangen und aromatisch komplexer. Schon in der Nase gefällt der Drink ungemein.

Wer hat ihn erfunden?

Die Ursprünge des Godfather sind – wie so häufig – nicht genau nachzuvollziehen. Weil der Drink aber etwa zur gleichen Zeit wie der oscarprämierte Filmklassiker „Der Pate“ (im Original „The Godfather“) erschien, gibt es die Geschichte, dass ihn der Barkeeper am Set des Films erfunden habe. Hauptdarsteller Marlon Brando habe am Ende eines Drehtages sehr gern Disaronno* getrunken, heißt es. Und weil der Bartender dem Disaronno eine Spirituose zur Seite stellen wollte, habe dieser einen Teil Scotch hinzugefügt und so diesen Cocktail geschaffen. Möglicherweise stellte aber auch nur jemand die Verbindung zum Film her, weil in diesem regelmäßig Scotch getrunken wird und Amaretto, als italienisches Produkt, zu dieser Zeit eine häufig eingesetzte Komponente in Drinks war.

Am Ende ist es aber auch egal, wie der Cocktail nun entstanden ist – wir finden ihn äußerst lecker. Außerdem ist er sehr einfach in seiner Zubereitung. Und ordentlich Umdrehungen hat er auch! Wir können uns auf jeden Fall gut vorstellen, wie Mafia-Boss Vito Corleone bei diesem Drink seine nicht ablehnbaren Angebote erdacht hat.

Rezept Godfather

Zutaten

Zubereitung

Der Cocktail wird direkt im Tumbler gebaut. Dafür bieten sich große Eiswürfel oder Eiskugeln an, da diese langsamer schmelzen als kleinere Eiswürfel. Ein paar mal umrühren, fertig! Es spricht aber auch nichts dagegen, ihn im Rührglas kalt zu rühren und anschließend auf einen großen Eiswürfel abzuseihen.

Eine hochwertige Alternative zum klassischen Disaronno ist übrigens der Adriatico Roasted Almonds Liquore Amaretto* aus italienischen Mandeln. Er hat bis zu 50 Prozent weniger Zucker als andere Amaretto-Liköre und enthält eine Prise Salz, was ihm ein spannendes Aroma verleiht.

Unser Twist auf den Godfather

Im ursprünglichen Rezept kam ein Blended Scotch zum Einsatz. Ein Single Malt bietet sich hier aber genauso an. Ich habe den Cocktail mit einem 10-jährigen Jura* (etwa 30 Euro) aus meinem alkoholischen Weihnachtskalender (waren genau 50 ml) und dem Tempus Fugit Crème de Noyaux* ausprobiert. Dieser Likör wird nach einem historischen Rezept aus Aprikosenkernen und Bittermandeln hergestellt. Und ich muss sagen, dass beide Spirituosen sehr gut miteinander harmonieren.

Im Zuge unseres Stauning Heather Calvados Tests haben wir zum Ende auch diesen Whisky im Godfather zum Einsatz gebracht. Diesmal haben wir den Amaretto Bianco von Adriatico verwendet, dessen Basis weiße Mandeln sind. Das sieht, durch die milchig-weiße Färbung des Adriatico, natürlich nach einem ganz anderen Cocktail aus. Diese Version des Godfather schmeckt aber ebenso sehr süffig. Die Apfelnoten gehen ein tolles aromatisches Spiel mit der Mandel ein. Die leichten Rauch- und Torfnoten des Heather schwingen im Hintergrund mit. Eine interessante Abwandlung des Godfather-Klassikers.

Dieses Beispiel zeigt: Es gibt viele kreative Möglichkeiten auf Grundlage dieser einfachen Rezeptur. Der Einsatz von Brandy, Bourbon oder sogar Mezcal ist in diesem Drink ohne Weiteres möglich. Durch verschiedene Bitter oder Tinkturen kann man dem Godfather zusätzliche Aromen verleihen und ihn auch in ganz andere Richtungen interpretieren. Auch über das Verhältnis Spirituose zu Likör lässt sich der Geschmack wesentlich individualisieren. Die Firma Disaronno empfiehlt den Cocktail zum Beispiel mit einem sehr süßen, aber geschmacksintensiven 1:1 Verhältnis. Der Kreativität sind hier also keine Grenzen gesetzt.

Cheers!

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