Helbing, den Hamburger Kümmelschnaps, trinken die meisten Menschen wohl (wenn überhaupt) pur. Eisgekühlt im Shotglas und ohne langes Fackeln auf ex und weg. Dabei kann man mit der Spirituose auch tolle Cocktails kreieren. Leider läuft Helbing in vielen Bars unter ferner liefen. Das wollte ich ändern: Für den „Made in GSA“-Wettbewerb 2021 entwickelte ich einen Drink auf Helbing-Basis namens „Die Goldene Stunde“. In die Top 10 hat er es zwar nicht geschafft, dennoch stelle ich ihn hier euch vor.

Der Made in GSA Wettbewerb des Branchenmagazins Mixology ist im deutsprachigen Raum wohl der wichtigste und renommierteste Cocktail-Wettbewerb. Als jahrelanger Abonnent habe ich mir die Final-Drinks immer genauer angeschaut – und 2021 wollten wir unbedingt selbst teilnehmen.

Zur Auswahl standen jede Menge Spirituosen, Liköre und Filler aus dem deutschsprachigen Raum. Wie ihr wisst sind wir eigentlich beide große Rum-Liebhaber, doch wir wollten uns beide aus der Komfortzone wagen und etwas für uns vollkommen Neues kreieren. Hendrik experimentierte mit einem Rote-Bete-Himbeer-Geist und Gin (den Drink stellen wir euch demnächst vor), ich wählte wie oben beschrieben Helbing als Basis-Spirituose. Als Wahl-Hamburger gewissermaßen ein Heimspiel.

Zunächst tat ich mich schwer, „Hamburgs feinen Kümmel“ in einen eigenen Drink einzubauen. Schließlich durfte man nicht mehr als fünf Zutaten verwenden und die Haupt-Spirituose (mindestens 30 ml) musste den Geschmackskern abbilden. Nach einigen missglückten Anläufen war ich mit diesem Drink jedoch sehr zufrieden – ich nenne ihn „Die Goldene Stunde“.

Rezept – Die Goldene Stunde

Garnitur: Vier Trauben am Spieß

Alle Zutaten auf Eis shaken und doppelt in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit Traubenspieß servieren.

Geschichte des Drinks

Zum Drink musste man auch einen Begleittext schreiben, der maximal 60 Wörter umfasst. Meiner lautet:

In der Fotografie ist die goldene Stunde die Zeitspanne kurz vor Sonnenuntergang. Für mich ist sie dagegen ein Lebensgefühl. Der wuselige Alltag ist noch nicht ganz vorüber, die Gemütlichkeit des Abends ist aber noch nicht greifbar. Es ist eine Momentaufnahme zwischen Elan und Intimität. Das Leben kommt zur Ruhe. Diese Dualität spiegelt sich auch im Drink wider.

Der Drink schmeckt elegant und kernig zugleich. Die feine Säure des Verjus und die süßlichen Kräuternoten des Amaro Nonino passen wunderbar zum Kümmel, der vor allem im Abgang noch einmal aufblitzt. Der Pistaziensirup rundet ihn geschmacklich ab, man sollte ihn aber vorsichtig dosieren. Meine Frau meinte, der Cocktail erinnere sie an einen flüssigen Duplostein, wie man ihn zur Weihnachszeit kaufen kann.

Sommerlicher und erfrischender wird der Drink mit Zitronensaft statt Verjus. Für die Wettbewerbsvariante habe ich mich jedoch für den Kögler Verjus entschieden, weil die angenehme Säure und der sehr feine Geschmack eine zusätzliche Komplexität verleihen.

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