Die Feindestillerie Gerhard Büchner im Salzatal unweit des Süßen Sees in Sachsen-Anhalt und seine speziellen Whiskys haben wir euch in diesem Beitrag bereits genauer vorgestellt. Nun ist der Rum aus gleichem Hause an der Reihe. Den Salzatal Rum gibt es als ungelagerte, als fassgereifte und mit Rosinen infusionierte Version. Wir haben die fassgelagerte Variante (19 Euro für 0,35 Liter) probiert.

Für diesen Rum greift Gerhard Büchner nicht auf Melasse zurück, sondern importiert Rohrzucker aus La Reunion. Aus dem Rohrzucker wird anschließend Zuckerrohrsaft erzeugt und vermaischt. So habe er eine bessere Kontrolle über das Ausgangsprodukt und dem daraus gewonnenen Zuckerrohrsaft, wie er uns im persönlichen Gespräch erklärt. In Zukunft plane er jedoch auf Rohrzucker von den Philippinen umzusteigen. Der Salzatal Rum* hat eine Goldmedaille der DLG erhalten.

Nach der Destillation verbringt der Rum die ersten Jahre in einem französischen Portweinfass, bevor er nochmal in ein Sherryfass umzieht. Ein Bourbonfass, wie es in der Karibik üblich ist, wird nicht verwendet.

Wie schmeckt der Salztal Rum?

Schon in der Nase spürt man, dass es sich um einen ungewöhnlichen Rum handelt. Sherry ist das Thema des Rums und ist allgegenwärtig. Es begegnen uns zusätzlich Noten von Rosewein und ein wenig Obstler. Irgendwie bekomme ich den Gedanken an Quitte und Apfel nicht aus dem Kopf.

Im Geschmack trifft junges Holz auf Äpfel, Sherry und Wein. Das Sherryfass gibt auch am Gaumen, mit Noten von roten Beeren und Wein, eindeutig den Ton an. Eine leichte und sehr feine Süße begleitet die Aromen. Der Rum ist sehr weich, der Alkohol ist gut eingebunden. Ich habe den ungelagerten Rum nicht gekostet. Ich gehe aber davon aus, dass es sich um ein sehr reines und sauberes Destillat handel – anders als bei vielen karibischen Destillaten. Man denke da nur an jamaikanischen Rum mit seinen typischen Estern. Die Aromen des Rums kommen also fast auschließlich aus den beiden Fässern. Durch die noch nicht so lange Lagerung ist der Rum nicht ganz so rund, auch fehlt es ihm noch an Tiefe.

Das Ziel, einen Rum zu produzieren, der ein eigenes Aroma mit sich bringt ist hier auf jeden Fall gelungen. Ich kann mich an keinen Rum der traditionellen Destinationen erinnern, der eine solche Aromatik mit sich bringt.

-71 von 100-

Salzatal Rum im Cocktail

Mary Pickford

Der Mary Pickford ist ein absoluter Klassiker von Pedro Chicote aus dem Jahr 1929. Im Mary Pickford werden die bereits intensiven Fruchtnoten des Salzatal Rums weiter ausgebaut. Dadurch entsteht ein extrem fruchtiger Rum, der durch den Kirschlikör auch aromatisch sehr schön in die Obstanbauregion des Süßen Sees im Salzatal passt. Die Ananas steuert einen Hauch Karibik dazu.

Zutaten

  • 60 ml Rum
  • 25 ml Ananassaft
  • 15 ml Kirschlikör
  • 7,5 ml Grenadine

Zubereitung

  1. alle Zutaten mit viel eis in einen Shaker geben
  2. kräftig shaken
  3. in eine Coupette oder ein Nick & Nora Glas abseihen

Cheers!

Lest auch:

Test – Rum Artesanal Burke’s Seamaster

Williams Sour – die Bändigung der Birne

Vom Kräutergarten bis zum Gaumenschmeichler: Sechs Tequilas im Test

Spiritus Rex – Das Erbe der legendären Stählemühle

Mit einem * markierte Links sind Affiliate-Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Kauft ihr darüber eure Produkte, erhalten wir dafür eine kleine Provision 🙂 An eurem Preis für das Produkt ändert sich dadurch nichts.

Der La Mancha Roja mit Patron Tequila

Abonniert unseren Newsletter

Wir schicken euch unsere Spirituosen-Tests, Lieblingsrezepte und Hintergrund-Artikel bequem und direkt in euer Postfach. Kein Spam. Versprochen.

Du hast den Newsletter erfolgreich abonniert

Pin It on Pinterest

Share This