Aber hallo! Oder sagen wir besser: Mahalo! Koloa Rum kommt endlich nach Deutschland. Koloa, das klingt nicht zufällig wie Aloha, denn der Rum stammt aus Hawaii. Genauer gesagt von der Insel Kauaʻi, der nördlichsten der großen Inseln im Pazifischen Ozean. Und so viel sei vorab verraten: Die Abfüllungen sind etwas Besonderes und alles andere als alltäglich.

Das erste Mal kam ich mit der Koloa Rum Company auf dem German Rum Fest 2018 in Berührung. Damals war der kleine Stand inmitten des Messegetümmels nur eine Randnotiz für mich. Der Kokosnuss-Rum blieb mir jedoch nachhaltig im Gedächtnis. Offenbar fand nicht nur ich Gefallen an dem hawaiianischen Rum, die Koloa Rum Company wurde Publikumssieger. Der Kaua’i Coffee Rum (dazu später mehr) gewann sogar im Blindtasting der internationalen Jury eine Goldmedaille. 

Mein Besuch bei der Koloa Rum Company

Danach verlor ich die Marke jedoch wieder aus den Augen, auch weil man die Flaschen hierzulande nicht bekommen konnte. Im Frühjahr 2019, also nur ein paar Monate später, hatte ich jedoch das Glück, mehrere Wochen meiner Elternzeit auf den hawaiianischen Inseln verbringen zu dürfen. Zuerst ging es nach O’ahu, anschließend mieteten wir uns für eine Woche ein Häuschen auf der grünen Insel Kaua’i. Und während ich in Honolulu recherchierte, was ich mir alles auf der nächsten Insel anschauen wollte, stieß ich wieder auf die Koloa Rum Company auf Kaua’i. Sie ist die erste und bislang einzige lizenzierte Destillerie auf der Insel. Die musste ich mir natürlich ansehen. Und wie praktisch, dass sie in unmittelbarer Nähe des Flughafens lag.

Kurz nach 14 Uhr landete unser Flieger auf der Insel, meine Frau und ich schnappten uns den Mietwagen und düsten knappe fünf Meilen, also rund 10 Minuten Fahrtzeit, nach Kilohana. Hier sitzt die Koloa Rum Company, und ich ergatterte direkt einen Platz für die 16-Uhr-Tour am gleichen Tag.

In der Koloa Rum Destillerie konnte ich in einer knappen halben Stunde sechs Abfüllungen probieren:

  • Kōloa Kauaʻi White Rum
  • Kōloa Kauaʻi Gold Rum
  • Kōloa Kauaʻi Spice Rum
  • Kōloa Kauaʻi Dark Rum
  • Kōloa Kauaʻi Coconut Rum
  • Kōloa Kauaʻi Coffee Rum

Außerdem gibt es noch einen 12-jährigen Reserve, dieser war jedoch nicht vorrätig, sowie einige Premixed Cocktails. Davon habe ich den Mai Tai probiert, der ist jedoch nicht der Rede wert.

Koloa Rum Company innen

Die Koloa Rum Company wirbt mit nachhaltiger Landwirtschaft. Man wähle für die Produktion nur die besten Zutaten der Region aus, sagte man damals bei der Tour – Rohrzucker aus Hawaii und reines Wasser aus den Bergen. Und glaubt mir, es gibt viele Berge auf Kauai. Die Destillation erfolgt in einem dampfbetriebenen Kupferbrennkessel. Am Ende entsteht ein zweifach destillierter Blended Rum aus Zuckerrohrsaft.

Am Ende entschied ich mich für zwei Flaschen: Den Kōloa Kauaʻi Coconut Rum und Kōloa Kauaʻi Coffee Rum, wobei mir der Spice zugegeben auch sehr gut gefallen hat. Er hat ausgeprägte Vanillenoten und 44 Volumenprozent, was ihn vom Rest der Spiced-Rums abhebt. Der Koloa Rum Gold war leider überhaupt nicht mein Fall. 

Koloa Coffee Rum

Tasting: Koloa Coffee Rum

Mein absolutes Highlight im Tasting war der Koloa Coffee Rum. Regelmäßige Leserinnen und Leser unseres Blogs wissen, dass Hendrik und ich Kaffee lieben, sowohl pur als auch in Cocktails. Erst vor wenigen Tagen haben wir euch den Ron Colon Salvadoreno mit Kaffeeinfusion vorgestellt. Doch lasst euch eines sagen: Diese beiden Rums trennen in meinen Augen Welten, nicht nur was die Prozente (55 versus 34 %) angeht.

Der Koloa Coffee Rum wird wie alle anderen Sorten aus dem Hause Koloa Rum Company aus der Maische hawaiiarischen Zuckerrohrs hergestellt und anschließend für kurze Zeit in Eichenfässern gelagert. Anschließend wird er mit Kaffeebohnen der Kauaʻi Coffee Company aromatisiert. Man muss es an dieser Stelle einmal schreiben: Der Kaffee auf Hawaii ist wirklich famos. Zum Schluss wird der Rum mit gefiltertem Regenwasser aus dem alten Mount Waiʻaleʻale auf die Trinkstärke von 34% vol. verdünnt.

Direkt beim ersten Schluck hat man das Gefühl, einen sehr robusten Espresso im Glas zu haben. Dieser wird mit weißem Rohrzucker gefällig gemacht. Als ich den Koloa Coffee Rum einmal zum Probetrinken mit in die Bar Le Lion genommen habe, störte sich viele dort an der Süße. Ja, er ist ziemlich süß. Ich finde die Süße aber tatsächlich sehr passend, obwohl ich sonst kein Freund gesüßter Rums bin und auch meinen Kaffee bevorzugt schwarz trinke. 

Der Koloa Coffee Rum präsentiert sich zunächst wie ein gut gemachter Kaffee-Cocktail mit einem leichten Hauch Vanille, Haselnuss und viel dunkler Schokolade. Im Abgang spürt man dezente Pfeffernoten. Der Rum ist süffig und doch raffiniert. Ernsthaft, ich habe schon schlechtere Espresso Martini serviert bekommen als dieser Kaffee-Rum pur aus der Flasche schmeckt. Vor dieser Review habe ich noch einmal einen Probeschluck getrunken, und auch nach zwei Jahren bin ich immer noch begeistert. Er ist gut zum Mischen in einer Vielzahl von Drinks, zum Beträufeln von Desserts oder zum Purtrinken.

Prädestiniert ist er natürlich für einen Espresso Martini. Um die Süße etwas zu bändigen, sollte man nicht nur einen zusätzlichen Espresso-Shot hinzugeben (das macht man ja sowieso), sondern auch einen Schuss roten Wermut. Haben wir jedenfalls für gut befunden.

Hier gibt es den Koloa Coffee Rum im Rum-Depot

Koloa Coconut Rum

Tasting: Koloa Coconut Rum

Kokosnuss-Rums gibt es viele, seit Neuestem hierzulande auch den Aluna Coconut Rum. Basis des Koloa Coconut Rums ist ebenfalls der hauseigene White Rum, der mit heimischen Kokosnüssen aus biologischem Anbau veredelt wird. Der Geschmack wird entsprechend von der Kokosnuss dominiert, im Abgang schmeckt man noch etwas Banane und Vanille. Am Gaumen ist er sehr weich mit leichter, nicht übertriebener Süße. Ein perfekter Mix-Rum.

Ich habe diese Flasche am späten Nachmittag auf einer Tiki-Party geöffnet und damit Kokosnuss-Daiquiris für meine Gäste zubereitet. Nun, 22 Uhr hat die Flasche nicht mehr erlebt, so schnell war sie leer. Damit gelingen vorzügliche Cocktails. Eine Mojito-Variante kann ich damit ebenfalls empfehlen.

Hier gibt es den Koloa Coconut Rum im Rum-Depot

Fazit

Kaua’i war einer der schönsten Orte, an denen ich je war. Unendlich viel Grün, weite Landschaften, Berge, Strand, Meer. Dazu viel Ruhe. Wenn man es drauf anlegt, kann man dort stundenlang keinen Menschen begegnen und in sich kehren. Dieses Gefühl verbinde ich auch mit den Koloa Rums. Sie sind hier natürlich etwas teurer als vor Ort, vor allem in den örtlichen Supermärkten waren die Flaschen regelmäßig im Angebot (und kurioserweise sogar günstiger als direkt in der Destillerie).  Doch ziemlich sicher werde ich mir einige der Rum-Sorten noch einmal holen, allein der Nostalgie wegen. Und endlich kann ich den 12-jährigen Koloa Reserve nachholen. Ob er sich lohnt, werde ich dann berichten.

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