The Village 2026: Eindrücke und unsere Lieblings-Flaschen aus Nürnberg

Wir waren auf der "The Village" 2026. Eindrücke von der Whisky-Messe findet ihr hier.

Inhaltsverzeichnis

Der erste Eindruck von The Village ist ein Duft. Es riecht ein wenig nach einer Mischung aus Bier und Alkohol, als wir am Samstagmittag die Messe Nürnberg betreten.

Der zweite Eindruck ist ein Geräusch.

Ein konstantes Grundrauschen aus Gesprächen, Gelächter, klirrenden Gläsern und dem Satz, den man an diesem Wochenende vermutlich tausendmal hört:
„Probier den mal.“

Wer durch die Türen der Nürnberger Messehalle tritt, merkt sofort: Das hier ist keine gemütliche Verkostung. Das ist ein Ausnahmezustand. Und zwar ein ziemlich gut organisierter. Der Veranstalter AFAG hatte aus den Vorjahren gelernt: breitere Gänge, mehr Platz, mehr Luft. Das hat funktioniert – zumindest besser als in den Jahren zuvor, wie uns Stammgäste versicherten.

Rund 14.000 Besucher und mehr als 230 Aussteller aus 16 Ländern meldet der Veranstalter später für diese 2,5 Tage. Ausgestellt wurden etwa 3.000 Whiskys– The Village ist längst mehr als eine Messe. Es ist das jährliche Klassentreffen der Whisk(e)y-Szene.Panamerika im Fokus – und Europa in Sicht

Der Schwerpunkt 2026 lag auf Panamerika: amerikanische Whiskys und Rums standen im Mittelpunkt, ergänzt durch die begleitende Rum-Messe Pueblo del Ron mit über 300 Rums.

Die Highlights: Von Bekannten und Neuentdeckungen

Wir sind losgegangen, haben viel probiert, alte Bekannte getroffen. Fabian und Nina aus Düsseldorf waren da, mit neuen Abfüllungen von Honey Batcher und Jack Crap Spirits. Beide stellen wir euch demnächst nochmal genauer vor. Der Spiced Rum von Jack crap Spirits hat mittlerweile auch schon ein zu Hause in einem hervorragenden Dessert-Drink gefunden.

Sebastian Jäger (Wu Dram Clan) hatte einige neue Abfüllungen dabei, unter anderem einen Tennessee Bourbon, der mit 15 Jahren in Fassstärke für 50 Euro ein No-Brainer war. Dazu einen hervorragenden Guyana-Rum aus der Versailles. Das Team von Kirsch Import hatte eine ganze Gasse mit allen relevanten Marken, von Flensburg Rum Company über Nikka und Nc’ Nean bis zu eine Spezialitäten-Theke, wo wir etwa den neuen Hampden 15 probiert haben. Ein sehr guter Rum, extrem rar aufgrund des hohen Alters und der tropischen Reifung, mit über 300 Euro aber etwas zu teuer für uns. Aromatisch bot er sehr reife Früchte, jedoch nicht mehr so vergoren und sauer, etwas Ingwer, viel Würze, Holz und eine wunderbar ölige Konsistenz.

Sehr gefreut haben wir uns über das Wiedersehen mit Thomas Weinberger von Lantenhammer, der uns später am Abend nochmal in der Blume von Hawaii über den Weg lief. Demnächst nehmen wir hier die SILD-Abfüllungen unter die Lupe.

Marcus Wolff hat uns ein paar sehr feine Abfüllungen ins Glas gegeben, die uns wirklich gut gefallen haben. Den Auftakt machte der Glengoyne 25. Eine Sherry-Bombe mit ausgeprägten roten Früchten. Die lange Lagerung steuerte dann viel Würze, Leder und passende Holz-Aromen dazu. Danach folgte der Tamdhu Cigar Malt Batch 4. Cremige Textur mit Noten von Portwein, Toffee, Dörrobst, Vanille und Tabakakzenten. Auch die neue Abfüllung ist ein schönes Ding.

Die Aussteller-Vielfalt war beeindruckend: von den großen schottischen Marken über kleine familienbetriebene Brennereien bis hin zu exotischen Newcomern wie dem Prakaan Single Malt aus Thailand – dem angeblich allerersten Single Malt aus dem Land.

Bei Wein Wolf gab es für uns die Möglichkeit den 12-jährigen Pappy van Winkle gegen den Weller 12 zu verkosten. Der Pappy van Winkle zeigte sich dabei würziger und auch etwas holziger, mit weniger Bourbon-typischen Vanille Aromen. Die Basis soll die gleiche sein, jedoch erfolgt beim Pappy van Winkle ein anderes Fassmanagement. Als Obolus durften wir auch den sehr hochpreisigen Wheated William Larue Weller mit 64,5% probieren. Was für ein Brett! Erfreulich ist, das alle Abfüllungen nun auch wieder in Deutschland verfügbar waren. Und das zu besseren Preisen als in der Vergangenheit. Ihren Preis haben sie aber trotzdem.

Irgendwann zwischen diesen ganzen Köstlichkeiten trafen wir auf Enrico von Reidemeister & Ulrichs. Er hatte ganz neue Samples aus Barbados, genauer von Mount Gay aus der Single Estate-Reihe dabei. Darüber werden wir noch mal gesondert berichten. Es wird sehr lecker, das können wir bereits versprechen.

Gegen Ende der Messe vermittelte uns ein Mitarbeiter von Perola noch ein Tasting bei dem Port-Produzenten von Graham’s und DOW’s. Es gab einige Vintage und ein paar Einsteiger Qualitäten. Alle Abfüllungen konnten gefallen, das Highlight war dann aber der Graham’s 50. Ein uralter Port, der mit enormer oxidativer Tiefe und reifen roten Früchten, gepaart mit Walnussaromen an den Gaumen wanderte. Wahnsinn!

Wer es vertieft wissen wollte, konnte aus 40 Master Classes und Fachvorträgen wählen. In den Tastings wurden laut Veranstalter insgesamt 11.500 Drams ausgeschenkt – spezielle Abfüllungen, Raritäten, Sachen, die man sonst nicht ins Glas bekommt. Wir haben das Programm nicht mitgemacht, aber schön, das solche Sachen angeboten werden.

Insgesamt war das eine sehr erfolgreiche Messe. Uns hat es vor Ort viel Spaß gemacht. Wir haben viel gesehen, viel probiert, viele gute Gespräche geführt.

Ausführliche Tasting Notes zu den ganzen Flaschen sparen wir uns hier. Zum einen, weil es hier eher um Impressionen von der Messe gehen soll. Zum anderen, weil nach der 12. Probe der Gaumen sowieso nicht mehr korrekt kalibriert ist und man nur noch zwischen “schmeckt” und “schmeckt nicht” unterscheidet. Aber keine Sorge: Ein paar Sachen haben wir uns gekauft bzw. abgefüllt und werden diese noch einmal in Ruhe gesondert vorstellen.

The Village 2027 findet übrigens am 20. und 21. Februar statt, Pre-Opening am 19. Februar. Schwerpunkt: Europa.

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