Jack Crap Spirits „Honest Choc-Nut“ – Zwischen Dessert und Destillat

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Auf diesem Blog bewegen wir uns meist in anderen Gefilden: rohe Destillate, jahrzehntelang gereifte Fässer, Esterprofile, Herkunft und handwerkliche Tiefe. Aromatisierte Spirituosen hingegen spielen hier traditionell kaum eine Rolle. Und doch gibt es Ausnahmen, die zumindest einen zweiten Blick verdienen.

Der Jack Crap Spirits „Honest Choc-Nut“ ist eine solche Ausnahme. Nicht, weil er die klassische Rumwelt erweitert oder neue Maßstäbe setzt, sondern weil er etwas anderes konsequent gut kann: funktionieren. Als Werkzeug, als Baustein, als aromatischer Hebel in der Bar.

Honest Choc-Nut

Der Honest Choc-Nut ist keine klassische Rumabfüllung im engeren Sinne, sondern eine Spirituose auf Rum-Basis, deren Profil gezielt durch natürliche Aromatisierung und einer Dosage erweitert wird. Ausgangspunkt ist ein vier Jahre tropisch gereifter Rum aus der Dominikanischen Republik, der anschließend aromatisiert wird. 

Die Basis bildet ein Column-Still Zuckerrohrsaftdestillat aus der Alcoholes Finos Dominicanos Brennerei, das vier Jahre in Ex-Bourbon-Fässern reifte und dadurch erste Vanille-, Holz- und Karamelltöne entwickelte. Darauf aufbauend erfolgt die Aromatisierung mit Kakao / Schokolade, Erdnussbutter, Vanille und Karamell. Die Aromen sind natürlichem Ursprungs. Zusätzlich erhält der Choc Nut eine Dosage von 59,3 g/Liter. Abgefüllt wird mit 38%.

Die Spirituose ist vegan zertifiziert, deswegen befindet sich eine Nährwerttabelle auf dem Etikett. Die Nachhaltigkeit des Produkt sieht man an dem Etikett und der Flasche, denn beide bestehen aus bis zu 95% recyceltem Glas bzw. Zuckerrohrpapier, das aus den Resten nach der Saftgewinnung hergestellt wird. Alles ist vorbildlich transparent auf dem Etikett angegeben.

Tasting

In der Nase finden wir mit dem eingießen ein dominantes, dessertartiges Aromenspektrum: intensive Schokolade, Erdnussbutter, Vanille, viel Karamell, teils Muscovado-Zucker und warme Gewürze. Das Bouquet erinnert weniger an klassischen Rum als an eine Mischung aus Praline, Peanut Butter Cup und Kakaolikör.

Am Gaumen zeigt sich der Choc-Nut cremig und weich mit den bereits aus der Nase beschriebenen Aromen mit einer noch intensiveren Süße. Die Textur ist rund und zugänglich. Rum kann ich aber auch im Geschmack nicht finden. Die Aromen sind intensiv und verbleiben ewig im Mund.

Hones Choc Nut im Cocktail

Weil sich eine Spirituose wie diese natürlich perfekt für Cocktails eignet haben wir sie in mehreren Drinks ausprobiert. Hier zwei Drinks zum nachmixen:

Choc-Nut Alexander

Zutaten

  • 40 ml Choc-Nut
  • 10 ml leichter, gereifter Rum
  • 10 ml Dutch Cacao
  • 20 ml Sahne
  • Tonkabohne (oder auch Muskatnuss)

Zubereitung

  • alle Zutaten (außer Tonkabohne) mit viel Eis in den Shaker geben und kräftig shaken
  • in ein vorgekühltes Nick & Nora Glas oder eine Coupette abseihen
  • frische Tonkabohne oder auch Muskat über den Cocktail reiben

Chocolate Candy Old Fashioned

Zutaten

  • 60 ml Yellowstone Bourbon
  • 15 ml Choc-Nut
  • 2-3 Dash Cacao-Bitters
  • Orangenzeste

Zubereitung

  • alle Zutaten mit viel Eis in ein Rührglas geben und kalt rühren
  • einen vorgekühlten Tumbler auf einen großen Eiswürfel abseihen
  • mit einer Orangenzeste parfümieren und die Zeste mit in den Drink geben

Fazit

Der Jack Crap Spirits Choc-Nut Spiced ist kein Produkt für Rum-Puristen. Der Choc-Nut liefert ein klar definiertes, sofort abrufbares Geschmacksbild aus Schokolade, Nuss und Karamell, das sich präzise in Drinks integrieren lässt. Kein Rätselraten, keine flüchtigen Nuancen, sondern ein stabiles Aromengerüst, das förmlich nach Cocktails schreit. Die Aromen sind intensiv und schmecken nicht künstlich. Insofern handelt es sich hier um einen wirklich gut gemachten Spiced-Rum.

Cheers!

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