Endlich wieder Grape of the Art. Diesmal ein Doppeltest mit Abfüllungen aus einer bekannten und einer neuen Domain für den Abfüller: Séailles aus dem Jahrgang 2004 und ein Danis aus dem Jahr 1988.

Danis 1988

Ein Armagnac aus dieser Domain ist für mich eine Premiere, deswegen bin ich entsprechend gespannt was mich erwartet. Der Armagnac wurde aus Folle Blanche Trauben in der Ténarèze gekeltert und destilliert. Danach ging es für 33 Jahre in einen nassen Keller. Dabei herausgekommen ist am Ende ein Armagnac mit verhältnismäßig geringen 46,7%. Das Fass gab noch den Inhalt für 387 Flaschen her. Wahrscheinlich hat es sich um ein recht großes Fass gehandelt. Zumindest ist das meine Interpretation bei so vielen Flaschen nach 33 Jahren Reifezeit. Die UVP betrug 135€. Er ist nur noch vereinzelt in Shops zu finden.

Die erste Nase begrüßt mich mit süßer Vanille, Bienenwachs und fruchtigen Apfel-, Rosinen- und Weißweinnoten. Das Holz ist erstaunlich wenig präsent, Alkohol kann ich so gut wie gar nicht wahrnehmen. Der Danis ist riecht sehr elegant und weich. Nach längerer Standzeit habe ich noch das Gefühl etwas Anis wahrzunehmen.

Der erste Schluck ist ebenso fruchtig wie die Nase: Aprikosen, helle Weintrauben und Apfel spielen mit etwas Vanille und floralen Aromen (nicht die schweren Blumen). Das erinnert mich fast schon an einen Calvados. Die Eleganz der Nase findet auch am Gaumen statt. Der Danis ist leicht und wahnsinnig weich. Der Abgang ist dann sehr trocken, jedoch ohne Bittertöne oder Adstringenz. Ein fantastischer Armagnac mit einer leichten und frischen Stilistik.

-88/100-

Séailles 2004

Beim Séailles 2004 handelt es sich um einen Armgnac, der aus Ugni Blanc Trauben hergestellt wurde und sogar ein Bio Zertifikat hat, weil die Domain seit 2002 auf biologische Erzeugung umgestellt hat. Wer noch mehr über die Domain erfahren möchte findet eine kurze Vorstellung in dem Test von Séailles 2000 vom gleichen Abfüller. Die hier getestete Abfüllung wird am 18.5. über armagnac.de und ein paar andere Shops veröffentlicht. 228 Flaschen wurden mit einem Alkoholgehalt von 53,9% abgefüllt. Die UVP beträgt 105€.

Der Armagnac ist deutlich dunkler als der Danis. Das Fass scheint trotz deutlich kürzerer Reifezeit erheblich aktiver gewesen zu sein. In der Nase begrüßen mich Rosinen, Holz, etwas verbrannten Karamell und Vanille. Im Hintergrund florale Töne der Bergamotte und andere Zitrusfrüchte. Ich habe auch die Séailles davor schon gefeiert. Dieser spricht mich auch sofort an. Nach ein paar Minuten baut sich der Armagnac erst so richtig auf.

Am Gaumen dann ebenso süße Trauben und Rosinen, etwas Vanille, Holz und Melasse. Dann kommen leichte Bitternoten und Aromen von Kakao und schwarzen Tee hinzu. Ich mag an den Séailles ja die Demerara Charakteristik, zum Glück hat auch der 2004er die gleiche DNA. Der Abgang ist ewig lang und vollmundig. Ich habe das Gefühl als würde sich die Aromatik im Abgang nochmal intensivieren. Auch diese Abfüllung ist wieder ein großer Wurf von den Stuttgartern und trifft genau meinen Geschmack.

-89/100-