Die Marke Yoshi Nama wurde 2020 in Düsseldorf gegründet, einem Standort, der durch die japanische Gemeinde und das sogenannte „Little Tokyo“ kulturell geprägt ist. Gründer Maximilian Bergfried positioniert das Projekt als Verbindung von deutscher Destillationspräzision und japanischer Ästhetik. Yoshi Nama agiert im Premiumsegment und fokussiert sich auf handwerklich produzierte Spirituosen ohne Zusatz künstlicher Aromen.
Das Portfolio umfasst gegenwärtig drei Kernprodukte:
- Little Tokyo Dry Gin
- Mikan Gin
- Matcha Vodka
Die Preisspanne liegt im Bereich von etwa 35 – 40 € für 0,5 L, was die Marke im oberen Mittelfeld des deutschen Craft-Sektors positioniert.
Wie werden die Produkte produziert und was ist drin?
Yoshi Nama lässt sein Produkte in Bötzingen bei Florian Faude auf einer Pot Still in kleinen Chargen herstellen. Die Basis bildet ein neutraler Agraralkohol. Die Mazeration der Botanicals erfolgt vor der Destillation. Die Rezeptfindung soll 18 Monate betragen haben. Sämtliche Botanicals sind in Bio-Qualität. Auf künstliche Aromen wird gänzlich verzichtet. Abgefüllt werden die Produkte in 500 ml Flaschen im ansprechenden Design, das japanischen Streichholzschachteln nachempfunden ist.
Tasting
Little Tokyo Dry Gin
Der Little Tokyo enthält insgesamt 13 Botanicals aus Wildsammlung & Bio-Anbau wie Wacholder, Zitrone, Grapefruit, Schlehe, Enzian und Preiselbeere. Der Little Tokyo wird mit 45% abgefüllt. Beide Gins kosten 36,90€.
Der Little Tokyo Dry Gin erscheint klar und sauber im Glas. In der Nase tritt eine deutliche Zitrus-Frische hervor: frische Zitronen- und Grapefruitschalen erzeugen einen lebendigen Auftakt. Dazu fruchtig-herbe, dezent florale sowie bitter-würzige Aromen. Den Wacholder nehme ich recht deutlich wahr.
Am Gaumen zeigt sich ein Einstieg mit Zitrusnoten, die von einer leichten Süße begleitet werden. Im Mittelteil übernimmt eine spürbare Bitter-Note sowie eine fruchtige Tiefe mit etwas Pfeffer. Der Wacholder führt die Aromen eindeutig an. Die Textur wirkt ausgewogen, leicht ölig, jedoch nicht schwer. Der Abgang ist trocken, mit floralen, kühlen Elementen, und einer mittleren Länge.
Mikan Gin
Neben der namensgebenden Mika (Mandarine) beinhaltet der Gin Wacholderbeere, Blutorange, Grapefruit, Zitrone, Koriandersamen und weitere nicht genannte Botanicals. Die Zitrusfrüchte werden einzeln destilliert und anschließend cuvetiert. Die Abfüllung erfolgt mit 42%.
Der Mikan Gin stellt sich anders dar als der Little Tokyo. In der Nase dominiert Zitrus in seiner fruchtigsten Ausprägung: Hier sind Mandarine, Blutorange und Grapefruit deutlich präsent. Erzeugt deutliche Assoziationen an einen Zitrusgeist., jedoch mit einer leichten Würze
Am Gaumen wirkt der Mikan Gin insgesamt weicher als der Little Tokyo. Der Einstieg ist fruchtig-süß, mit milder Säure, die Bitterkeit tritt kaum in den Vordergrund. Der Wacholder gibt angenehme, harzige Aromen dazu. Die Wacholderbasis ist vorhanden, aber eher in der Balance mit den Zitrusaromen. Der Abgang ist ebenso fruchtig und leicht frisch.
Matcha Vodka
Der Matcha Vodka der Marke übernimmt einen komplett anderen Ansatz, weg vom Gin, hin zu einer Vodka-Interpretation mit japanischer Teekultur. Laut Hersteller handelt es sich um einen Vodka, aromatisiert mit japanischem Matcha aus Uni & Kagoshima. Der Vodka hat ebenfalls 42%. Der Preis beträgt 39€.
In der Nase eine grasige Frische, florale Noten und etwas Umami. Am Gaumen zeigt sich eine samtige Textur, der Alkohol ist gut eingebunden, es dominieren vegetale und leicht herbe Tee-Noten, keine ausgeprägte Süße. Der Abgang ist trocken und mittellang.
Der Matcha Vodka ist handwerklich sauber gefertigt, jedoch aromatisch nicht sehr tief und komplex.
Fazit
Beide Gins spielen aromatisch in einer ganz eigenen Welt, wobei der Little Tokyo noch am ehesten einem klassischen Gin zugeordnet werden kann. Beim Mikan dominieren die Zitrusnoten dann doch ein wenig gegenüber dem Wacholder. Der Vodka tanzt ebenso aus der Reihe und vermittelt das Matcha Aroma sehr gut. Alle drei Produkte wirken handwerklich sehr sauber gemacht. Preislich sortieren sie sich im gehobenen Segment ein.