Die WhistlePig Brennerei ist noch eine recht junge Brennerei ohne alte Traditionen. Sie wurde 2008 von David Pickerell in Vermont gegründet. Pickerell ist ein erfahrener Brenner, der zuvor unter anderem für Makers Mark arbeitete. Dafür wurde bereits 2007 eine alte Roggenfarm gekauft, um dann ein Jahr später den ersten Whiskey in Handarbeit zu brennen. Es wird mittlerweile jedoch nicht nur Rye Whiskey, sondern auch Whiskey aus Weizen und Gerste sowie verschiedene Blends aus zugekauften Whiskey hergestellt. Im Jahr 2018 verstarb Pickerell, seitdem wird die Brennerei von Emily Harrison und Meghan Ireland weitergeführt.

In Deutschland sind vorallem die drei Abfüllungen bestehend aus 10-,12- und 15-jährigen Whiskey bekannt, die seit 2020 vom französischen Unternehmen Möet Hennessy vertrieben werden. Um diese soll es auch heute in diesem Test gehen.

WhistlePig 10 Jahre

Der WhistlePig 10 war die erste Abfüllung der Brennerei. Dafür wurden Ryes der kanadischen Brennerei Alberta (kennt man bereits vom besten Whisky der Welt 2021) aufgekauft und in neuen amerikanischen Weißeichenfässern und einem abschließenden Finish in Bourbonfässern weiter gereift. Die Abfüllung wird mit 50% abgefüllt und ist für ungefähr 75€ erhältlich.

Der Whiskey kommt sehr kräftig und vollmundig in der Nase an. Fruchtige Aromen von Banane und Orangenschalen dominieren die erste Nase. Dahinter finden wir Karamell, Vanille, Mandeln, Anis und einen Hauch Schokolade.

Am Gaumen finden wir zunächst erstaunlich wenig „brotige“ Aromen, dafür aber wieder fruchtige Banane, Vanille und würzigen Zimt. Dazu angenehme und nicht zu dominante Holzaromen und Nelke. Das Mundgefühl ist sehr weich. Der Abgang ist geprägt von Zartbitterschokolade, Marzipan und etwas Kaffee.

WhistlePig 12 Jahre

Bei dieser Abfüllung handelt es sich ebenso um Alberta Whiskey. Der WhistlePig 12 Jahre erhält nach zehn Jahren Reifung in neuen amerikanischen Weißeichenfässern eine Nachreifung in drei verschiedenen ehemaligen Süßweinfässern. Damit soll die Vielfalt des Ryes zur Geltung kommen. Die Nachreifung erfolgt zu 7% in Portweinfässern, 30% in Sauternes-Fässern und 63% Madeira-Fässern. Abgefüllt wird der Whisky mit 43%. Eine Flasche kostet ungefähr 120€.

Die Nase bietet im Vergleich zum 10er WhistlePig extrem viel Roggen und eine schöne Süße, die sicher aus den Weinfässern kommt. Im Zusammenspiel mit dem Roggen erinnert uns das schon fast an Gebäck. Zusätzlich finden wir Kamille, Tee und einige Kräuter.

Das Bild aus der Nase überträgt sich auch in den Geschmack: Roggen, Gebäck, Vanille, Honig, Karamell und dazu eine passende Fruchtigkeit. Hier ist es also das „Früchtebrot“ der Range. Der lange Abgang ist geprägt von Schokolade, Karamell, Eiche und Rosinen.

WhistlePig 15 Jahre

Beim WhistlePig 15 years handelt es sich um den bislang ältesten Whiskey der Brennerei. Der Rye wird ebenso aus der Alberta Distillery zugekauft. Die Reifung erfolgt im farmeigenen Vermont Estate Eichenfass. Die Abfüllung erfolgt mit 46%. Eine Flasche kostet ungefähr 200€.

Die Nase startet mit rye-typischen Klebernoten und vielen Holzaromen wie Vanille und Minze. Daneben finden wir aber auch Aprikosenmarmelade und Gewürze wie Anis und Zimt und etwas geröstete Mandel.

Im Antrunk kommen dann angenehm süßliche Roggennoten, Vanille und eine ganze Menge Kräuter an den Gaumen. Die Kräuter dominieren für mich zunächst die Aromatik. Der Abgang ist holzig und bitter-würzig mit einer guten Portion Minze. Hier macht sich dann eindeutig das Alter des Whiskeys bemerkbar. Der Alkohol ist gut eingebunden, könnte aber noch bessser integriert sein. Zu erwähnen wäre noch das unglaublich ölige Mundgefühl.

Cheers!

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