Für das 15. German Rum Festival bringt natürlich auch Dirk Becker, mit der Rumclub Edition 66, eine eigene Abfüllung auf den Markt. Und zwar eine ganz besondere.
Die Abfüllung
Das ist der erste Rum aus Kuba, der von den Berlinern abgefüllt wurde und zugleich – mit 38 Jahren – einer der ältesten Abfüllung die in Berlin den Weg in die Flasche gefunden hat. Destilliert wurde er 1988. 36 Jahre reifte er davon im tropischen Kuba. Das verschafft dem Rum ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Mir ist zumindest kein kubanischer Rum bekannt, der als Single Cask solch eine lange Reifung auf Kuba aufweisen kann. Berichtigt mich hier gerne falls ihr andere Informationen habt.
Laut Dirk Becker könnte es sich bei dem Rum um Destillat handeln, das seinerzeit noch von dem berühmten Brennmeister Don Pancho stammen könnte, weil er zu dieser Zeit nach bei Havanna aktiv war. Don Pancho hat es später nach Venezuela verschlagen hat und zeichnet sich dort für die berühmten Origenes Rums verantwortlich.
Der Rum wurde mit 57,4 % abgefüllt. Der Preis wird 299€ betragen. Insgesamt wurden 228 Flaschen abgefüllt.
Tasting
Der Rum braucht zunächst viel Zeit im Glas, um ordentlich zu atmen. Zunächst zeigt sich ein leichter und floraler Rum. Dann wird Nase zunehmend intensiv und komplex, mit ausgeprägten Aromen von Espresso, Karamell, Schokolade, und getrockneten Datteln. Daneben finden sich frische Tabakblätter, nicht die alten und trockenen und eine zarte Spur verschiedener Gewürze. Zum Schluss baut sch ein rostige Creme Brulee Note auf. Die Nase macht schon sehr viel Spaß und nichts deutet auf einen langweiligen Kubaner hin, wie man ihn leider so häufig findet. Man möchte ewig an ihm riechen.
Der Gaumen folgt den Aromen aus der Nase, zeigt dann aber etwas mehr von seiner Reifezeit: Viel Holz, mit angenehmen Tanninen, die eine gewisse Adstringenz erzeugen. Trotzdem finde ich karamellisierten Zucker mit seinen dezent rauchigen und süßen Aromen, wieder getrocknete Dattel und viel Kaffee, etwas Tabak und etwas Leder. Dazu weihnachtliche Gewürze, nicht sonderlich ausgeprägt, aber im Hintergrund da.
Der Abgang ist lang mit Aromen von Kaffee, dunkler Schokolade und einer leichten Fruchtigkeit, die Tannine treten erst nochmal in Erscheinung und verschwinden dann nach und nach und lassen am Ende eine ganz dezente Süße zurück.
-9.0 von 10.0-
Fazit
Viel Geld für einen Rum, das muss man schon erwähnen, allerdings wird es schwierig – bis unmöglich – werden ein vergleichbares Produkt in die Hände zu bekommen. Über die Qualität muss man ohnehin nicht eine Sekunde diskutieren. Der Rum ist komplex und edel. Es handelt sich jedoch nicht um einen Schreihals, sondern einen sehr feinen Rum, dem man Zeit geben muss um sich zu entfalten. Deswegen trotzdem eine klare Kaufempfehlung!
Cheers!