Pierre Ferrand Dry Curaçao Yuzu Late Harvest im Test – was kann der Yuzu-Twist wirklich?

Was kann der Dry Curaçao Yuzu Late Harvest von Pierre Ferrand wirklich? Aktueller Test zu Geschmack, Einsatz im Cocktail und Kaufempfehlung.
Ferrand Dry Curacao Yuzu Late Harvest

Inhaltsverzeichnis

Der Dry Curaçao von Pierre Ferrand gilt für viele Bartender seit Jahren als Referenz. In Mai Tais, Sidecars oder Margaritas hat er maßgeblich dazu beigetragen, Curaçao aus der Ecke klebrig-süßer Orangenliköre zu befreien und wieder als ernsthafte Cocktailzutat zu etablieren. Entstanden ist er in Zusammenarbeit mit dem Cocktail-Historiker David Wondrich – und genau dieser historische Anspruch zieht sich auch durch die Yuzu-Variante.

Als Pierre Ferrand 2022 erstmals den Dry Curaçao Yuzu Late Harvest präsentierte, war das zunächst ein klassischer Messefund: stark limitiert, schnell vergriffen, eher Gesprächsstoff als Barstandard. Heute, einige Jahre später, ist die Spirituose regulär erhältlich. Das macht eine neue Einordnung sinnvoll – jenseits von Ersthype und Entdeckerfreude.Ein Curaçao, der Yuzu ernst nimmt

Ein Curaçao, der Yuzu ernst nimmt

Yuzu ist in der Barwelt längst angekommen, allerdings oft in recht eindimensionaler Form: laut, zitronig, manchmal fast austauschbar. Genau hier setzt Ferrand an. Statt auf frühe, säurebetonte Ernte setzt man auf Late Harvest – die Früchte bleiben so lange am Baum, bis sie von selbst fallen. In diesem Stadium verändert sich die Aromatik: weniger Spitze, mehr Tiefe, mehr Würze.

Die Yuzu wird anschließend in Weinbrand mazeriert und destilliert, ergänzt durch Gewürz- und Fruchtinfusionen. Der Ansatz ist derselbe wie beim klassischen Dry Curaçao: kein neutraler Alkohol, keine bloße Aromatisierung, sondern Struktur, Bitterkeit und Balance.

So schmeckt der Dry Curaçao Yuzu

In der Nase wirken Zitrusnoten zwar präsent, aber nie grell. Mandarine, Kräuter, etwas Vanille und eine fast florale Anmutung schieben sich in den Vordergrund. Am Gaumen ist der Dry Curaçao Yuzu würzig, dicht und recht trocken für einen Likör. Die Süße bleibt kontrolliert, die Bitterkeit klar, das Finish lang und vielschichtig.

Interessant ist dabei, dass der Geschmack weniger an klassische Zitrone erinnert als vielmehr an andere japanische Zitrusfrüchte wie Sudachi. Genau das verleiht dem Likör eine Eigenständigkeit, die ihn deutlich von vielen Yuzu-Likören unterscheidet.

Wofür sich der Dry Curaçao Yuzu eignet – und wofür nicht

Der größte Mehrwert liegt eindeutig im Cocktail-Einsatz. Überall dort, wo klassischer Orange Curaçao oder Triple Sec verwendet wird, kann die Yuzu-Variante einen spannenden Akzent setzen. Besonders in Mai-Tai-Varianten, Margarita-Twists oder modernen Sours bringt sie Frische, ohne die Balance zu kippen.

Pur oder auf Eis funktioniert der Likör ebenfalls gut, allerdings eher als gelegentliche Abwechslung denn als Feierabendabsacker.

Verfügbarkeit und Preis: Stand 2025

Was früher ein rares Sammlerstück war, ist inzwischen deutlich entspannter zu bekommen. Der Dry Curaçao Yuzu Late Harvest taucht regelmäßig im Fachhandel und bei größeren Online-Shops auf. Preislich liegt er über dem klassischen Dry Curaçao, bewegt sich aber weiterhin im fairen Premium-Segment – gemessen an Herstellung, Aromatik und Einsatzmöglichkeiten.

Pierre Ferrand Dry Curaçao Yuzu Late Harvest
  • Zu Beginn bemerkt man in der Nase eine sehr pikante Yuzu- und Mandarinen-Note gefolgt von Vanille, Marzipan sowie einem…
  • Ein reichhaltiger und runder Gaumen, der zunächst den Aromen in der Nase folgt. Hinzu kommen Anklänge von kandierten…

Lohnt sich der Kauf?

Der Dry Curaçao Yuzu Late Harvest ist kein Pflichtkauf für jede Hausbar. Wer allerdings regelmäßig klassische Cocktails mixt und Lust auf subtile, gut gemachte Twists hat, bekommt hier ein Werkzeug mit echtem Mehrwert. Er ersetzt keinen Standard-Curaçao, ergänzt ihn aber auf überzeugende Weise. Kein Gimmick, kein Trendprodukt – sondern eine konsequent gedachte Erweiterung eines ohnehin starken Portfolios.

FAQ

Was unterscheidet Dry Curaçao Yuzu von klassischem Triple Sec?

Er basiert auf Yuzu-Frucht und Cognac-/Weinbrand-Basis, nicht nur neutralem Orangenöl-Extrakt, und bietet ein komplexeres Aromaprofil.

Wie stark ist er?

Etwa 40 % vol. – kräftig genug, um im Mix präsent zu bleiben.

Ist er dauerhaft erhältlich?

Ja – mehrere Händler führen ihn regelmäßig mit Lieferservice. Der Preis liegt bei 30 bis 35 Euro pro 0,7-Liter-Flasche.

Letzte Aktualisierung am 1.02.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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