Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, kennt wohl jeder. Er war Weltklasseschwimmer, Abenteurer, Schauspieler – berühmt wurde er als Teil des Komikerduos an der Seite von Terence Hill trat in zahlreichen Abenteuer- und Western-Komödien. Bud Spencer starb 2016, doch bis heute lebt sein Mythos weiter – nun auch als Bud Gin.

Die Bavaria Sonor Licensing (BSL) ist ein Geschäftsbereich der Bavaria Media GmbH, einem Tochterunternehmen der Bavaria Film GmbH. Die Bavaria Sonor Licensing wurde von dem Rechteinhaber Plattfuss Vertriebs GmbH beauftragt, die Produktwelt um Bud Spencer mit entsprechenden Lizenzprodukten europaweit auszubauen. Und da kam Lantenhammer ins Spiel. Um den Rahmen des Franchisings rund um den ehemaligen Western-Star Bud Spencer mit einer weiteren Spirituose – in diesem Fall einem Gin – zu erweitern, wurde nach einem Herstellungspartner gesucht. Und man wurde in Hausham am Schliersee fündig.

Bei Lantenhammer hat man sehr viel Erfahrung mit der Herstellung verschiedener Spirituosen. So auch mit Gin. Josef Gin heißt die eigene Markenwelt des Unternehmens. Bisher hatte man bereits einen Dry Gin in Bio-Qualität, einen Blue Gin mit der blauben Schmetterlingsblüte, einen Sloe Gin und einen Raspberry Gin im Portfolio. Nun wurde die Markenwelt durch den Bud Gin erweitert. Die Basis aller Gins ist ein Kartoffelbrand. Die einzelnen Botanicals unterscheiden sich je nach Produkt voneinander, haben aber in Teilen immer einen Bezug zu Bayern.

Bud Gin – 2 Fäuste für ein Dry Gin

Für den Bud Gin werden Wacholderbeeren 3 Wochen in dem Kartoffelbrand mazeriert und anschließend mit den weiteren Botanicals wie Zitronenschale, Orangenschale, Hopfen und Heublume im Geistkorb destilliert. Bei diesem Verfahren durchströmt der aufsteigende Alkohol, der bereits mit den Aromen des Wacholder versetzt ist, die Botanicals und reißt deren Aromen mit sich. Anschließend wird der sogenannte Rohbrand ein zweites Mal zum Feinbrand destilliert und wandert dann für eine bestimmte Zeit in Stahltanks, in denen er weiter reift. Vor der Abfüllung wird der Gin auf 40% mit Quellwasser aus den Alpen verdünnt. Wie bei Lantenhammer typisch wird der Gin nicht gezuckert oder mit Aromenstoffen aromatisiert.

Aber wie schmeckt der Bud Gin denn nun? Wird er mich direkt umhauen? Ich bin gespannt. Im Glas liegt er erstmal ganz entspannt, beim Schwenken zeigt er eine leichte Öligkeit. In der Nase kommen zunächst sehr frische zitrische Nuancen an, die von den klassischen Wacholdernoten umrahmt werden, Erinnerungen an Harz und Pinien kommen bei mir auf. Alkohol kann ich kaum wahrnehmen. Im Hintergrund finde ich noch leichte florale Noten.

Im Mund dominieren dann direkt die Wacholderaromen: harzig, nadelig und ein bisschen blumig. Auch im Mund schwingen Zitrusnoten mit. Dazu finde ich aber noch erdige Aromen und eine angenehme, pfeffrige Würzigkeit. Der Alkohol ist auch am Gaumen sehr gut eingebunden und tritt für mich nicht störend in Erscheinung. Der relativ lange Abgang bleibt im gleichen wacholderbetonten Aromenspektrum.

Beim Bud Gin geht es trocken zur Sache

Der Bud Gin ist wie bereits vom Hersteller versprochen ein Dry Gin, das heißt der Wacholder dominiert die Aromatik. Das finde ich grundsätzlich sehr schön.

Wenn ich mir einen Gin kaufe, dann möchte ich nunmal auch Gin schmecken.

Und das heißt in erster Linie: Wacholder! Der Gin wirkt insgesamt auch sehr gut balanciert, hätte für mich aber auch gerne einen Ticken kräftiger sein können. Ich mag es einfach, wenn Gins ein paar Punkte mehr ABV haben. Und das hätte meiner Meinung nach auch sehr gut zu Bud Spencer gepasst, dessen Filme durch ausgiebige Prügelszenen Kultstatus erlangten. So bleibt es für mich ein sehr gut gemachter und sauber produzierter Gin ohne Fehlnoten, der aber irgendwie auch nicht aus der unüberschaubaren Masse der Gins heraussticht. Außer natürlich man ist großer Fan des faustschwingenden Italieners. Und das sind wir zum Glück!

Cocktail

Geraldine’s Ginger Fizz (leicht adaptiert)

Chris Edwardes, Hidden House, Stari Grad, Kroatien

Zutaten

  • 50 ml Bud Gin
  • 20 ml St. Germain
  • 25 ml Zitronensaft
  • 4 Ingwerscheiben
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle (5 Umdrehungen)
  • Sprite zum Auffüllen
  • Zitronenscheibe zur Deko

Zubereitung

  1. Ingwer im Shaker muddlen
  2. restliche Zutaten, außer Sprite, mit sehr viel Eis in den Shaker geben
  3. sehr kräftig shaken
  4. Highballglas mit Eis füllen und den Drink in das Glas abseihen
  5. mit Sprite auffüllen
  6. dekorieren und einen Strohhalm dazugeben

Budweiser

Einer Geschichte nach soll Carlo Petersoli seinen Namen 1967 auf Bud Spencer aus zwei Gründen geändert haben: Er hat gerne Budweiser getrunken und war ein großer Fan des amerikanischen Schauspielers Spencer Tracy. Deswegen haben wir uns an einem Cocktail mit Bier versucht:

Zutaten

  • 40 ml Bud Gin
  • 40 ml Kräuterbraut Salbei & Tonkabohne
  • 20 ml Zitronensaft
  • Budweiser zum auffüllen
  • Zitronenmelisse

Zubereitung

  1. Highballglas mit Eis befüllen
  2. Gin, Zitronensaft, Kräuterlimonade in das Glas geben und kurz verrühren
  3. mit Budweiser auffüllen und nochmal kurz rühren
  4. mit Zitronenmelisse dekorieren

Cheers!

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