Der Knickerbocker Cocktail ist eine klassischer New Yorker Cocktail, der um 1850 erfunden und 1862 in Jerry Thomas Barkeeper Leitfaden „How to mix Drinks“ zum ersten Mal niedergeschrieben wurde. Wer ihn genau erfunden hat lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Auch nicht, auf was oder wen der Name anspielt.

Sehr wahrscheinlich ist aber, dass der Name auf die Hosen zurückgeht, die zu dieser Zeit sehr rege von den holländischen Siedlern getragen wurden. Generell hat man zu dieser Zeit einige New Yorker so beschrieben. Die Yankees galten als zurückhaltend, die Holländer feierten lieber Partys. Washington Irving legte mit seinem Pseudonym Diedrich Knickebocker 1806 den Grundstein mit seiner satirischen Buchveröffentlichung über das gesellschaftliche Leben in New York für die Bezeichnung des Knickerbockers.

Simon Difford recherchierte, dass es um die Jahrhundertwende einige Varianten dieses Cocktails gegeben hat. Es erschienen beispielsweise zwei Varianten im 1930 veröffentlichten Harry Craddocks „Savoy Cocktail Book„*, ein Martini-Twist mit Vermouth und eine Variante mit je einer Scheibe Ananas und Orange. Im Original wurde Rum von Cruzan verwendet. Grundsätzlich kann aber jeder Rum mit einem mittelkräftigen Körper, zum Beispiel aus Barbados, genommen werden.

Originalrezept

  • 75 ml goldener Rum
  • 1,5 Teelöffel Himbeersirup
  • 0,5 Teelöffel Dry Curacao
  • 15 ml Limettensaft
  • Beeren der Saison als Deko

Der Knickerbocker-Drink ist ein perfekter Sommerdrink auf Rum-Basis. Also genau unser Ding. Durch die Verwendung eines Himbeersirups bekommt der Drink ein anderes Aromenprofil als andere rumbasierte Cocktails aus der Tikiwelt. Demzufolge ist auch der Himbeersirup der Schlüssel zum Erfolg des Cocktails. Es gibt einige Varianten davon auf dem Markt, aber so richtig lecker wird es mit einem selbstgekochten Sirup. Das da nicht jeder Lust drauf hat ist natürlich klar. Aromatisch ist das Ganze aber nochmal eine Spur besser. Wer es gerne noch etwas alkoholischer möchte kann natürlich auch mit Chambord-Likör* arbeiten, auch wenn dieser natürlich noch Brombeeren und Vanille enthält.

Darbo Himbeer Sirup, 500 ml Flasche
Brugal 1888 | Dominikanischer Premium Rum | zweifach gelagert für ein komplexes Aroma | 40% Vol | 700ml Einzelflasche
Pierre Ferrand Triple Sec Dry Curaçao Likör (1 x 0.7 l)
Darbo Himbeer Sirup, 500 ml Flasche
Brugal 1888 | Dominikanischer Premium Rum | zweifach gelagert für ein komplexes Aroma | 40% Vol | 700ml Einzelflasche
Pierre Ferrand Triple Sec Dry Curaçao Likör (1 x 0.7 l)
8,59 EUR
37,90 EUR
22,90 EUR
Darbo Himbeer Sirup, 500 ml Flasche
Darbo Himbeer Sirup, 500 ml Flasche
8,59 EUR
Brugal 1888 | Dominikanischer Premium Rum | zweifach gelagert für ein komplexes Aroma | 40% Vol | 700ml Einzelflasche
Brugal 1888 | Dominikanischer Premium Rum | zweifach gelagert für ein komplexes Aroma | 40% Vol | 700ml Einzelflasche
37,90 EUR
Pierre Ferrand Triple Sec Dry Curaçao Likör (1 x 0.7 l)
Pierre Ferrand Triple Sec Dry Curaçao Likör (1 x 0.7 l)
22,90 EUR

Harry Craddocks Versionen

Rum-Version des Knickerbocker Cocktails

  • 60 ml Rum
  • 1 TL Himbeersirup
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 TL Orangensaft
  • 2 Dashes Curacao
  • Ananas zur Deko

Alle Zutaten mit viel Crushed Eis shaken und in einen Tumbler auf Eis abseihen.

Diese Version geht einen eigenen Weg und verwandelt den Drink fast in einen Tiki-Drink.

Gin-Version des Knickerbocker Cocktails

  • 60 ml Gin
  • 30 ml französischen Vermouth
  • 1 Dash italienischer Vermouth

Gut shaken und in eine Cocktailschale abseihen. Eine Limettenzeste auspressen und mit in den Drink geben.

Diese Version des Knickerbocker hat letztlich nichts mehr mit dem Original zu tun und gleicht einem Martini. Dieses Rezept hat sich aber ebenso bis heute gehalten und kann auf verschiedenen Cocktailwebsites gefunden werden. Der Ursprung dieses Rezepts geht vielleicht auf einen Drink vom Barkeeper des New Yorker Knickerbocker Hotels, Martini di Arma di Taggia, zurück. Dieser soll den Martini 1912 erfunden haben. Das ist zumindest eine der vielen Geschichten zur möglichen Erfindung des Martini. In dieser Geschichte soll der Barkeeper dem Öl-Magnaten John D. Rockefeller einen von ihm erfundenen Shortdrink mit folgenden Rezept zubereitet haben:

  • London Dry Gin
  • Noilly Prat
  • einige Tropfen Orangenbitter

Rockefeller soll dann den Drink nach dem Barkeeper Dry Martini genannt haben. Nach der Wiedereröffnung des Hotels im Jahr 2015 wurden der Drink in einer neuen Interpretation auf die Karte genommen:

Knickerbocker Martini

  • 60 ml Tanqueray No. 10
  • 22 ml trockener Wermut
  • 15 ml süßer Wermut
  • Ein Spritzer Orangenbitter
  • Ein Spritzer Zitronenbitter
  • Zitronenschale zum Garnieren

Beide Craddock-Varianten des Knickerbocker haben sich durch die Zeit gerettet und wurden in eigenen Büchern, unter anderem in einem Buch der Tiki-Legende Trader Vic, veröffentlicht.

Cocktailian-Versionen des Knickerbocker

Die neueste Erwähnung im deutschsprachigen Raum fand sich auf den Seiten 235 und 236 der zweiten Cocktailian-Ausgabe.

Knickerbocker

  • 60 ml gereifter Rum
  • 10 ml Himbeersirup
  • 2 Barlöffel Orange Curaçao
  • 2 Limettenviertel

Alle Zutaten mit viel Crushed Eis shaken und in einen Tumbler auf Eis abseihen

Knickerbocker a la Monsieur

  • 60 ml Santa Cruz Rum
  • 15 ml Orange Curaçao
  • 15 ml Himbeersirup
  • 30 ml Zitronensaft
  • Garnitur: Orangenscheibe, Ananaskeil

Alle Zutaten mit viel Crushed Eis shaken und in einen Tumbler auf Eis abseihen

Selbstgemachter Himbeersirup

  • 250 g Bio Himbeeren
  • 200 g Kristallzucker
  • 150 ml Wasser
  • 1/4 Bio Zitrone

Zubereitung

  1. Himbeeren gründlich waschen und gemeinsam mit dem Zucker und Zitronensaft vermischen und für 20 Minuten abgedeckt ziehen lassen.
  2. Himbeerzucker-Mischung gemeinsam mit dem Wasser auf dem Herd zum köcheln bringen und fünf Minuten köcheln lassen.
  3. Himbeeren durch ein feines Sieb gießen und nur den Saft auffangen.
  4. Den abgegossenen Himbeersaft erneut 15 Minuten bei niedriger Hitze erwärmen.
  5. Gut umrühren, der Sirup darf nicht anbrennen. Wenn der Sirup etwas eingedickt ist vom Herd nehmen und in eine sterilisierte Flasche füllen.

Cheers!

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